Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
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48 Bildcr auö Nm Leben und Wirken der Aabbiiien. nauio, des geraden Gegensatzes von 9t. Eliescr, indem Jener Gründe verlangte, wo dieser mit Autorität beweisen wollte. So bildere der starke Geist 9i. Akiba s sich durch die vcrschiedenen!!torbilder die er batte selbstständig ans, von Allen lerncnd und Ü einem nachbetend, und bald sehen wir ihn neben dein Patriarchen 9!. Gainaliel zu Jamnia, seinen Lehrern 9i. Josna m>d 9i. Hlieser, als jaugern ebenbürtigen Genossen, wicwolil daö Berhältuiß des Schülers zum Lehrer von ihm nie auS den Augen gefegt wird. Auch 9i. Tarphon, sein älterer Genosse ehrte ihn hoch lind der greise 9t. Dosa ben Hiukauus zeichnete ihn (Jebamol IO) mit den Worten aus: Aist Du der Akiba dessen Name weit und breit berühmt ist? und dessen Bruder fügte hinzu: Wohl Dir Akiba, daß Du einen Namen erlangt hast, und bist doch nicht zu den voruehinsten gezählt. Woraus 9t. Akiba erwiderte: Auch nicht zu den geringem. --- Indessen vergrößerte sich seine Schttle iinmer inehr, anfangs zu Lvdda dann zlt Berat und da er als Mann von großem 9iuf, als bochangesebencr Lehrer nun auch in sehr günstigen Aermögeilsuinständen dastand, gedachte er dankbar seiner Gattiu und was er ihr in ihren dürftigen Umständen versprach. Sie sollen nämlich in ihrer Armnth mitten inr Winter auf Srrob gelegeti und 9t. Akiba in 9tührung über seine Gattin ausgernse» haben: ״Hätte ich es, ich wollte Dir als Zierath die Stadt Jerusalem iu <>׳old gefaßt geben"ch. Da sei ein armer Manu gekommen, und habe geklagt, daß sein Weib danieder gekomuien und!licht einmal Stroh zum Lager habe, worauf sie in Grwägung, daß Jener noch ärmer sei als sie, ihr bischen Stroh 1uit ilmi theilcen. Nun schenkte 9t. Akiba wirklich jene versprochene Zierath. Und als daraus 91. Gamaliels Iran mit Hinweisung auf 9i. Akiba ein gleiches von ihrem Galten verlangte, erwiderte ihr dieser: Nur ein Weib, das wie dieses so viel Treue in seiner Dürftigkeit bewies, hat einen Anspruch auf solchen Dank. Was nun 9t. Akiba's Lehrweise besonders auszeichucte, war eben jener Scharfsinn, mit welchem er. wie schon gesagt, jeden Buchstaben der Schrift deutete und wodurch er für viele Borschriften, die man bisher als blos herkömmlich beobachtete, 3) (Sine damalige Art Geschmeide.