Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 459 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. 459 Hyrcan und Aristobul wurde Noms Intervention angerufen: Pompejus kam — und Jndäa's Selbstständigkeit erlosch. Viele Inden strömten von da ab theils als Kriegsgefangene Lheils freilvillig der Weltstadt zu; sie hatten ihren Sitz jenseits der Tiber, besaßen daselbst viele Bethäuser, erwarben auch das römische Bürgerrecht und blieben in ihren Beschäftignngen unbeeinträchtigt 6). — Durch die häufigen Reisen der Großen Palästma's nach Rom, woselbst sie bei den Herrschern: und anderen vornehmen Römern für ihr von den römischen Landpslegern hart gedrücktes Vaterland häustg petiren mußten, sowie durch den längcrn Aufenthalt mehrerer Prinzen aus dem Herodicmischen Hause, die in Nom erzogen, das ist als Geißeln zurückbehalten wurden, blieben die römischen Juden in stetem Verkehr wie in geistigem Zusammenhang mit Palästina: es erhob sich daher auch später eine Schule 7), die jedoch bei den unaufhörlich die Weltstadt erschütternden Unruhen nicht lange bestehen konnte. — Ueber das Verhältnis; Noms zu Palästina ist im Allgemeinen zu bemerken, daß die Ponlpejanische und die später sich an sie anschließende republicanische Partei den Inden abgeneigt, hingegen Julius Cäsar und seine An- Hänger ihnen freundlich gesinnt waren. Octavian zeigte sich ebenfalls den Inden sehr geneigt; 1tui> selbst Tiberius, der durch Einflüsterungen seines den Juden feindlichen Günstlings Sejan mehrere Tausende nach Sardinien verbannt hatte, zeigte nachdem Sejan gestürzt war eine mildere Gesinnung und er soll an alle Vorsteher der Provinzen den Befehl haben ergehen lassen, die Jude:: als friedliebende Männer zu behandeln und sie in der Ausübung ihrer Gesetze nicht zu stören 8). Die von den früheren Imperatoren gehegte günstige Gesinnung übte eine!: tiefen Einfluß aus die Verhältnisse der Inden in der: Klei!:ast'atischen griechischen Städten und Inseln. Hier nämlich breitete sich die nordwestliche Diaspora aus. Ob Jude!: unmittelbar nach ihrer Bekanntschaft mit den Griechen durch Alexanders Siege, nach Griechenland gegangen ist zwar unbekannt, doch weiset die Geschichte darauf hin, daß sie schon im zweiten Jahrhundert vor der Zerstörung des Tempels sich im griechischen Kleinasien ansäßig gemacht hatten. Ans der Insel 6) Philo aclvers. Cajum p. 1014 (Franks. AwZgabe). 7) Durch ר' מתיא בן חרש . Vgl. Synhedrin 32. Ioma 86. 8) Philo das. S. 1015׳.