Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 12 · p. 458

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 12
Article
Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
Date
1853-01-01
Page
458 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829150-2829163-2852767--01352-2852802
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

458 Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. sichtlich der Morgengabe einer in Kappadocien erheiratheten und nach Palästina übersiedelten Ehefrau getroffen ch. Steigen wir nun noch etwas südlich hinab und iverfen einen nochmaligen Blick auf die Juden kn Syrien. Nicht so sreundlich wie in Nisibis waren ihre Verhältnisse in andern syrischen ■ Städten. Syrien war stark mit Griechen bevölkert, die an Wissen wie an Scharfsinn den ursprünglichen Einwohnern weit überlegen waren; durch das Erstere imponirten sie, durch das Andere gepaart mit kaufmännischem Geiste brachten sie den Rekchthnm des Landes in ihre Hände. In der einen wie der andern Hinsicht fanden sie an den Juden Rivalen. Ihrem Wissen setzte der Jude seine Erkenntniß des einen Gottes entgegen, und er hielt sich nicht nur dem Griechen der nicht über den Polytheismus hinaus kann ebenbürtig, sondern noch überlegen; und ebenso fand der Grieche in seinen Handelsunternehmungen an dem Juden einen gefährlichen Concurreuten. Dieses erklärt den ungemeinen Haß den die Griechen allenthalben gegen die-Juden hegtenI, und den sie auch den Syrern einznfloßen suchten. Viele Juden waren nach dem Falle Ehanilai's und seines ephemeren Staates (vgl. oben S. 416), aus der Umgegend Nehardea's nach Selencus gewandert. Hier lebten Griechen und Syrer mit einander in Uneinigkeit: die Inden standen auf der Seite Letzterer; als die Griechen merkten daß das Uebergewicht sich zuden Syrern neigte, so wußten sie geschickt Zwietracht zwischen die Syrer und die Neuangekommenen Juden zu iverfen, und fielen vereint über die Juden her, von denen sie eine große Anzahl (50,000) tödteten. Der schwache Ueberrest ging nach dem nahe gelegenen Ktesiphon, fand aber auch da nicht Sicherheit, und flüchtete sich endlich nach Nehardea und Nisibisch. — Ein »och traurigeres Schicksal erfuhren die Juden zu Antiochien um die Zeit der Zerstörung des Tempels; dort stachelte ein Abtrünniger die Bewohner zum Morde seiner srii- Heren Glaubensgenossen aufch. Wir gelangen nun zu dem die macedonischm Eroberungen verschlingenden Rom. In dem unseligen Bruderkampfe zwischen 2) Ketubot 13, II. Reisen nach Kappadocien vgl. Zebamot 121 ».sonst. 3) So ist aus Philo und Zosephus zu ersehen. 4) Josephus Merthümer 18, 9. 5) Ders. Jüd. Krieg 7, 3.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.