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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 12 · p. 456

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 12
Article
Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
Date
1853-01-01
Page
456 (sequence 8)
Language
German
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456 Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. Abstammung von Abraham und die Brüderschaft mit dm Juden. Doch die Lösung findet sich, wenn man nicht an die Spartaner im Peloponnes, sondern an die (nicht-jüdischen) Bewohner der Stadt Nisibis denkt. Diese nennt noch Plutarch echte Nachkommen der Spartaner H; zu Nisibis trafen sie zuerst mit den Juden, die sich von Persien aus hierher verbreitet hatten, zusammen. Im spartanischen Charakter lag zwar Abgeschlossenheit, aber nicht die weiter zu erwähnenden Ursachen des Hasses der Griechen gegen die Juden. Daher mochte auch eine allmälige An- Näherung zwischen den spartanischen und den jüdischen Bewohnern von Nisibis sich gestalten; und da Juden wie Spartaner sich einer alten Herkunft rühmten, so ließen sich auch Letztere den häufig genannten Abraham (tvorüber jedoch noch immer einiges Dunkel herrscht) gefallen, wenigstens konnten sie es als Compliment an 'die Juden Palästina's einfngen. Ein Bundniß aber mit den Spartanern zu Nisibis, im Herzen des syrischen Reiches, war für das von den Seleuciden bedrohete und bekriegte Palästina von ungemeiner Wichtigkeit, und es wurde daher nicht weniger als das Bündniß mit den Römern nachgksuchtft. Die jüdische Bevölkerung in Armenien erhielt auch Zuwachs durch Einwanderer aus Persien, die von dem armenischen König Artases (zur Zeit Trajaus) freundlich anfgcnommcn und mit Ortschaften beschenkt wurden. Wie groß die Anzahl der Juden in Armenien gewesen, ist aus einer wenn freilich übertriebenen Angabe aus dem 4. Jahrhundert zu schließen, nach welcher in mehreren namhaft gemachten Städten 8000, 10,000, ja sogar 30,000 jüdische Familien gewohnt haben sollen H. 4) Ritter Th. 11, S. 414. 5) Die Spartaner in dem von Antiochien, der Residenz der Seleuciden, entfernt liegenden Nisibis mögen noch einen Schein von Freiheit unter einem Haupte aus ihrer Mitte bewahrt haben. Dieses Haupt nannten sie nach dem Gebrauche ihres ursprünglichen Vaterlandes ״König" (vgl. 1. Macc. a. a. O. Josephus Alterth. 12, 6); war doch auch zu Sparta der König nur ein subordininter Gebieter! — Daß die Weihgcschenke in Nisibis, selbst nachdem es Residenz der armen. Könige geworden (Valarsaces hatte es hierzu erhoben) niedergelegt wurden, zeigt daß die Juden sich dort sehr sicher hielten, welches auf ein einmüthiges Zusammenleben mit dm andern Einwohnern hknweist. Die Nähe asiatischer Könige ist dem Reichthum« ihrer Unterthanen eher Verderben als Schutz bringend. 6) Ritter a. a. O. S. 588. Von dem nördlichen Armenien aus scheint das Judenthum sich z« den Chazaren ausgebreitet zu haben. Mos. Chor, erwähnt ihres Wohnsitzes'(6e0j;r»p!ua p. 356) und ihres Zusammenstoßes mit dem armen.

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