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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 12 · p. 455

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 12
Article
Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
Date
1853-01-01
Page
455 (sequence 7)
Language
German
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Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. 455 der Wahnsinn des Antiochus Epiphanes viele Tausende, in denen seine Vorfahren die treuesten Unterthancn erblickten, in die erbittertstcn Feinde umgewandelt! Wir langen also bei einem neuen Zweige der nordöstlichen Diaspora, bei Armenien, an. Dieses bis hinauf an den Kaukasus sich erstreckende Land hatte zahlreiche jüdische Colonicn, die besonders seit der armenische König Tigranes, ein Zeitgenosse Pompcjus des Großen, viele Juden aus Palästina wcgsührtc und sie in Vardge ausicdclte^), sich auch im Norden sehr häuften. Der Mittelpunkt der armenischen Diaspora war Nistbis, wo tvie oben (S. 416) erzählt Ivirrdc, die Juden die Wcihgeschenke für Jerusalem ansammclten. Und nicht nur in Nisibis, sondern überhaupt kn Armenien war nach dem Schweigen der Geschichte, das in solchen Fällen bedeutungsvoll, ihre Lage befriedigend. Zwar hatten die Bagratidcn viel für den Glauben zu leiden; sie kämpften lange männlich, es zogen mich mehre von ihnen den Märtyrertod dem Abfalle vor, doch sahen sie sich gezwungen, Conccssionen zrr machen und sie gingen endlich durch harte Bedrängnisse geängstigt znm Heidcnthum über°). Auf das Schicksal der Juden in Armenien scheint jedoch das Loos der Bagratiden keinen Einfluß geübt zu haben: die Religkonsverfolgung ging nicht über den Kreis des Hofes hinaus; asiatische Despoten wählen gewöhnlich ans den ihnen Zunächststehenden Opfer ihrer grausameil Launen. — Bedeutsam ist ferner, daß Nisibis auch Seitens seiner nichtjüdischcn Bevölkerung schon von früher Zeit in freundlichem Verhältnisse zu Palästina gestanden habe. Hieraus weiset ein Umstand, für fceu bisher vergebens eine Erklärung gesucht wurde. Cs >vird nämlich im ersten Buche der Maccabäer (12,5) erzählt, daß Jonathan an die Spartaner Gesandte schickte, um mit ihnen einen Bund zll schließen, uild er beruft sich auf einen Brief aus früherer Zeit (unter dem Hohenpriester Onias), in tvelchem die Spartaner ihre freundliche Gesinnung gegen die Juden aussprechen und daß sie vom Geschlecht Abrahams und Brüder der Juden seien (das. Nr. 21 ff.). Diese Berührung der Juden Palästiua's mit den Spartanern, die den asiatischen Verhältnissen fern standen und deren Macht zu dieser Zeit schon ganz herabgekommen!var, erscheint ebenso räthselhaft wie die 2) Dees. 2, 15. Vardge, Wagschadad, das heutige Etschmiadzin. Dgl. Ritter S. 587. 3) Dgl. Mos. Chor. 2, 7. 8. 13. 23,

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