Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 454 (sequence 6)
- Language
- German
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454 Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. Bruder Valarsarces zum König von Armenien ein. Dieser hielt einen Juden, Namens Sambat Bagrat sehr hoch, übertrug ihm das erbliche Ehrenamt dem Könige die Krone aufzusehen, erhob ihn zu anderen großen Würden und wollte, daß seine Nachkommen den Namen Bagraditen nach ihm führen 7 8). Als ältester Ahnherr der in der armenischen Geschichte hervorragenden und noch bis auf die neueste Zeit genannten Bagraditen^) wird ein Sambat genannt, der von Nebukadnezar, der ihn ans Judäa geführt, einem armenischen König Rhasia aus dessen Bitten überlassen hatte, und der ihn zu großen Ehren erhob 9)ן vielleicht eine spätere Ausschmückung, um diese Familie durch eine alte aus Judäa fließende Abstammung zu verherrlichen. Ihre eigentliehe von Sagen freie Geschichte beginnt mit dem zweiten Sambat, der mit den Seinigeu aus der armenischen Provinz Atropatia herbeizog und dm Valarsarces in dm Kriegen mit den Macedonienr (syrischen Königen) beistand I. Viele Juden Syriens scheinen also nach Atropatia oder Atropatene, einer Provinz im Süden des Caspischen Meeres, wo sie die Macht der syrischen Könige nicht erreichen konnte, geflohen zu sein; dort suchten sie Sicherheit vor dem gottlosen Ansinnen des Antiochus und seinen grausamen Zwangsmaßregeln, und dort nährten sie den tteffteit Haß für dm blutigen Eingriff in den Glauben und zogen daher an der Syitze des die Seleueiden bekriegenden Heeres. So hatte 7) Ders. L. 2 c. 3. 4. — S. Cassel a. a. O. S. 174 Anm. 84 weiset den hebr. Ursprung mehrerer bei Mos. Chorene vorkommenden Namen dieser Familie nach und meint Sambat sei das hebr. שפט mit der gewöhnlichen Einschiebung eines m. Allein Mos. Chorene hat im armen. Text größtentheils Schambai, und bemerkt selbst ausdrücklich — S. 2 c. 50 zu Ende — daß Schambat ursprünglich Schamba lautete und dieser Name erst dann die Umbiegung erlitt als die Bagratidm vom Glauben absielen. Schamba (vgl. auch Mos. Chor. L. 1 c. 21) scheint שמעון oder -שמעיד (vielleicht שמאי). — Ueber Bedeutung der Benennung ״Bagrat" herrscht großes Dunkel. Bagrat scheint nach einigen Stellen bei Mos. Choren, zu schließen, mehr ein Eigenschaftsals Eigenname gewesen zu fein, aber es wird bei ihm nicht Ausschluß hierüber. Doch erklärt er in der vorbemerkten Stelle, ״Bagrat sei wie er glaube eigentlich Bagadia gewesen". Hierin ist פקריד zu erkennen; ein Name der zwar nicht in der Schrift verkommt, mit dem aber Sambat ״von den Juden benannt wurde" (Mos. Chor. 2, 7): ״Gott hat bedacht", durch Sambat nämlich, dessen Ansehen den Juden hülfreich war. 8) Vgl. Ritter LH. 10, S. 585. 9) Mos. Chor. 1, 21 1) Ders. 2, 3. 4.