Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Fälschungen in dem Texte der Septuaginta von christlicher Hand zu dogmatischen Zwecken
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 434 (sequence 3)
- Language
- German
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434 Wissenschaftliche Aufsätze. auf Selten der Kirchenlehrer ist. Die Kirchenvater von Clemens Atexandrinus an, haben sich sehr angelegen sein lassen, die Zahl der Jahre von der Weltschöpfung bis Jesus, oder von dem ersten Adam zu dem zweiten, herauszubringen, und daraus ein mystisches Verhältnis herzuleiten. Aber so viel Mühe sie sich auch geben, so schwanken ihre Berechnungen um ein Bedeutends. Ueber diese Schwankung berichtet der Jesuitenpater Petavius (doctrma temponim b. 9. c. 3,)^Triplex Graceorum aera celebratur. Prima est quae ab initio rerum ad natalem Christi pntat annos 5493, secunda anno mundi 5501, eundem annnm assignat. Tertia anno 5509. Diese letzte Zahl, welche auch dem Chronicon paschale zu Grunde liegt, hat die griechische und morgenländische Kirche angenommen und zahlt das christliche Jahr 2853 als das 7262te der Welt. Aber Petavius hat nicht alle Berechnungen erschöpft; es gibt eine Berechnung, welche von Erschaffung der Welt bis Jesu Geburt 5967 Jahre und bis zu seinem Tode gerade 6900 Jahre zählt., da die kirchliche Tradition ihn 33 Jahr alt den Tod erleiden laßt. Diese Berechnung war die alleralteste und wird von Clemens, Teophilos und Thimotheus verfochten. Ern Fragment aus einer Homilie des Hesychius belehrt uns darüber, und ist für Unsere Untersuchung sehr wichtig (Clironicon paschale edit. Bonn II. p. 117.). Cs lautet: ״Im 42. Jahre von Augustus' Regierung ist Jesus nach dem Fleische geboren, von Erschaffung der Welt bis zur Geburt (und Kreuzigung Jesu) ist nach den Antiochensern 6000 Jahre. Man summirt von Adam bis Phalek, dem Sohn Ebers, 3 000 Jahre, und von Phalek, bis zum 42. Jahre Augustus 5967, so daß von Adam bis zur Kreuzigung Jesu volle 6000 Jahre abgelaufen sind. — Phalek (.פלו) wird nach Moses Prophezeiung für die Hälfte derzeit von Christi Erscheinung gehalten (0 yaQ nata tt\v itQocprjrsiotv Moaßecog, ro ffouöv Xsyerca tov %qovov trjg Xqigtov S7v1(pc1veiag). Denn so wie Gott den Menschen am 6. Tag erschaffen, welcher gleich darauf der Sünde verfiel, sv kam der am sechsten Tausend-Tag auf die Erde und erlöste ihn sden Menschen^ (SgnBQ yag tov av&Qi0710V lv Trj g 7}^£$<ץ TtXaGag 6 &ebg, xcit i£ijg vitSTCBGev trj afiaptta, ovrcog xal trj g 7ןןniga xrjg %d1adog int trjg yrjg ׳jjk&sv, xcu eGooösv avtov). Darauf deutet die heilige Schrift hin, wenn sie sagt, der Tag des Herrn wie 2000 Jahre. Die frommen Chronographen Clemens, Theophilos und Timotheos stimmen darin überein, daß der Herr nach der Zahl der Raufend-Tage von der Erschaffung Adams erschien. Einige sagen, Hdaß der Herr im Jahre 5500 gekommen ist, aber nur Wenige stimmen damit überein (pv noXXol Gv[M,<poovov6tv slg tovto), allein alle genauen Schriftsteller stimmen in dem Jahre 6000 überein, und am meisten bezeugt es das prophetische Wort, daß Christusim 6000. Jahre Mensch geworden ist."