Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Fälschungen in dem Texte der Septuaginta von christlicher Hand zu dogmatischen Zwecken
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 433 (sequence 2)
- Language
- German
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- Odesa 1× ep/1000834
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433 WUenschastliche Aufsätze. größtentheils 100 Jahre vor der Zeugung mehr, ohne diese jedoch von den Jahren nach der Zeugung abzuziehen. Vgl. die Tabelle in Bater's und Trrch's Commentare zur Genesis. Man hat von Hieronymus an viel über diese ausfallenden Differenzen gesprochen, ohne eine genügende Erklärung zu geben. Die massorafeindlichen Exegetm neuerer Zeit waren mit der Motivirung bei der Hand, die Septuaginta habe einen von dem mafforetischen abweichenden Text vor sich gehabt, dem mehr zu trauen sei. Andere, welche die Thalsache zugeben,-daß die griechische Uebersetzrmg den hebräischen Text verändert hat, legen ihr eine apologetische Absicht unter; die Septuaginta hätte nämlich die Jahre der Erzeugung in ein richtiges Verhaltniß zu -der langen Dauer der Lebensjahresetzen wollen, daß keiner der Geschlechtsträger vor dem 100. Jahre, die zwei ersten, Adam und Seth, nicht vor dem 200. gezeugt haben. So lächerlich auch diese Erklarung ist, da sie, bei näherer Vergleichung nicht einmal Stich halt, so ist sie doch in sammtliche exegetische Handbücher übergegangen und hat sich beinahe das Ansehen eines Kanons verschafft. Vgl. Frankel: Einfluß der palästinensischen Exegese S. 71, wo diese Erklärung ad absurdum geführt ist. Ein syrischer Kirchenvater hat aber das Geheimmß vermthen, das; hier eine absichtliche Fälschung obwaltet, um von Adam bis Jesus eine bestimmte Zahl von Jahren zu haben. Der Kirchenvater, welcher unwillkürlich aus der Schule geschwatzt hat, ist Jacob, Bischof von Odessa (lebte Ende des 7. und Ans. des 8. Jahrhunderts). Zu der Erscheinung daß die syrische Peschito in Hinsicht dieser Lebensjahre mit dem hebräischen Texte überemstimme, bemerkt er, ״er habe in einigen correktm hebräischen Texten gefunden, daß Adam 230 Jahre alt den Sech gezeugt hat (wie die Septuaginta). Da die Juden aber die Zahl der Zeit verderben wollten, um zu beweisen, daß der Messias noch nicht gekommen sei, haben sie von den Jahren vor der Geburt des Seth 100 Jahre weggelassen. Die Stelle ist so interessant, daß ich das Original herfetzm will: אדם ו.יר משכחינן בתשעיחא עכריתא רטב חתירון דבר מאתין ותלחץ שנין אולר לשיחי אלא כר בעין הגון עבריא דנחבלון למנינא רזבנא ונחמן דלא עדכיל אחא משיחא פסקו מן שנין דקדם ילידותא דשיח מאא (Assemani bibliotheca 01'ientalis Tom. I. p. 6 5. 66). Schwerlich wird sich selbst unter den rabbiaten Mafforafeinden ein Ritter finden, welcher diese Angabe des Kirchenvaters vertheidigen wird, daß die Juden in der Nachchristlichen Zeit den Text der Thora gefälscht hätten, um einen christologischm Beweis zu verwischen. Aber Jedermann wird zugeben, daß diese Stelle eir^ Verhaltniß zwischen der Zahl der Lebensjahre der Patriarchen und der Geburt Jesu voraussetzt. Dieses Verhaltniß laßt sich leicht" ermitteln, und daraus wird sich ergeben, daß die Fälschung