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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 11 · p. 427

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 11
Article
Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
Date
1853-01-01
Page
427 (sequence 19)
Language
German
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427 Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. schichte zeigten sie (wie alleuthalbni) große Unwissenheit. Sie sind gekommen, sage» sic, mit (unter) Salomon über Sanaar, nach dem Propheten Jeremias (!) und zählen nicht seit der Ankunst des Minlik*). Die Falascha waren, nach ihrer Aussage, nie Könige in Abyssinicn; ihre mündliche Geschichte (eine schriftliche haben sie nicht) erzählt nur von Abba Zagra, dessen Sohn Zaga Amlak, Abba Batui und Abba Halen. — Ihre canonisehen Religionsbücher, die sämmtlich in der Gnez Sprache (einem abyssinischen Dialekt) geschrieben sind — von dem Hebräischen haben sie nach ihrer Aussage keine Kenntniß — enthalten außer unfern Büchern der heil. Schrift noch Sirach, das Buch der Weisheit Salomonis, Judith, Tobias, die Bücher der Maccabäer°). Von diesen unterscheiden sie mehrere nichtcanonische Bücher, als: Henoch, das Leben Abrahams, Isaaks, Jakobs, Mofis, Aarons, das Buch Barnch u. a. — Bon ihren Religionsgebräuchen ist hervorzuheben: Abba Simra und noch ein Anderer haben das Mönchthum eingeführt, weil die Sitten der Falascha sehr verdorben waren; an sich ist jedoch der Cölibat den mosaischen Gesetzen zuwider. Aber auch Josua, Elias, Barnch und die Drei, die cms dem Feuerofen gerettet tvurden (Chanaka re.) lebten im Cölibat. — Die Beschneidung wurde dem Abraham am achten Tag besohlen; allein das Gesetz fügt Hinzu, jährlich. Wer hat von einander abgeholt? Zn Palästina kannte man, äußererdeutliche Nothfälle ausgenommen, keine Fasten. — Ludolf hat in feiner Historia Habyss. ein ganzes Kapitel des 3. Buches den abyss. Fasttagen gewidmet. Ebenso bespricht er das. 6. 3 die ungemeine Veneration der Abyssinker vor dem h. Michael. Dieses auch bei den Falascha, wie oben erwähnt, hoch gehaltene Fest ging untezweifelt von den Abyss. zu ihnen über. (Ungenau sagt Ruppel das. S. 39: ״Die Abyssinier fasten in jeder Woche, gleich wie es in alten Zeiten bei den alten Israeliten der Gebrauch war, am Mittwoch und Freitags Dieses war nie bei den Israeliten, weder in alter noch in neuer Zeit, der Gebrauch.) Hingegen ist merkwürdig, daß die Falascha am Montag und Donnerstag fasten, wofür sich bei außerordentlichen Fällen, als bei ausbleibendem Regen, Anklänge in der Mischna, vgl. Taanit «. 1, finden. 4) Denn dieser Minlik oder Minylik (wie d'Abbattie schreibt) ging mit seinen Leuten am Sabbat durch das Meer, welches die Falascha als Sünde betrachten. Sie geben daher auch die Hoffnung auf, ihre fernen nichtabyss. Brüder zu sehen, denn, sagten sie zu d'Abbatlie, das Schiff gehet doch am Sabbat, und wie können wir da auf ihm reisen? — Zu bemerken ist noch, daß die Falascha die Benennung Falascha (Ruppel schreibt Felascha) als einen Schimpf betrachten; falascha vb°> bedeutet ״wandern"; sie nennen sich ״Kayla", ״der nicht über das Meer ging". 5) Unter den Schriften Salomonis wird angeführt תגסץ , Ermahnungen; worauf mag sich dieses beziehen? 32*

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