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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 11 · p. 425

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 11
Article
Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
Date
1853-01-01
Page
425 (sequence 17)
Language
German
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IRI
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425 Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. Diese Nachrichten haben eine neue Beleuchtung durch Hrn. A. d'Abbattie erhalten, der von einer Reise in Abyssinien zurückgekehrt, im Jahre 1845 im Journal des Debats Nachrichten über die Falascha mittheilte, und bei seiner zweiten abyssinischen Reise im Jahre 1848 in Gondar den Falascha ausführliche Fragen über ihre Religionsbücher, religiösen Gebräuche, Feiertage, politische Geschichte u. s. w. vorlegte"). Die Antworten, die derselbe von Abba Jischak (אב יסרוק) erhielt, zeigen von ungemeiner Unlvisseuheit nnd dem tiefsten Aberglauben. Es ist sehr viel von dem bei den Abyssiniern entarteten Chrkstenthum zu ihnen übergegangen; es genüge, daß sie am 12. jedes Mondes ein Fest des heiligen Michael feiern. — Ihre Monate sind Mondmonate; alle vier Jahre schalten sie um die Mondmit den Sonnenjahren' auszuglekchen, einen Monat von dreißig Tagen ein, und lassen hierbei vierzehn Tage fallen'). — Ihre Feste sind das sonderbarste Gemisch von biblischen und antibiblischen Bestimmungen. Sie feiern das Pessachfcst am 14. Nisan, wo sie des Abends ein Opfer bringen (Opfer sind bei den Falascha gebräuchlich), und enthalten sich sieben Tage des Gesäuerten. Wer solches während der sieben Tage ißt, sollte gesteinigt werden; doch jetzt, da sie keinen König haben, begnügt man sich eine Strafe aufzulegen, tvelche in der Gabe einer einjährigen Ziege bestehet. — Fünfzig Tage hierauf ist das Fest Marar (מאח־) oder Empfänguiß des Gesetzes. Am 15. Tag jedes Mondes ist das Fest der Hütten'); der vierte Sabbat des Monats ist der gröste Sabbat des Jahres: cm ihm steigt Gott über die Falascha beziehet. — Das. S. 348 von einem Siege des Königs Kaleb — 8. Jahrh. — über den Juden Phinehas. 8) Der kenntnißreiche junge Gelehrte Philoren Luzzatto hatte Hrn. Abbattie ausführliche Fragen vorgelegt, die er an die Falascha richten sollte, und d'Abbattie kam mit vieler Sorgfalt dem wissenschaftlichen Aufträge nach. Der Bericht des Hrn..d'Abbattie iss abgedruckt Univers Isradlite 4851 Avril—Juillet. 9) Die Falascha bedienen sich in den Angaben an d'Abbattie einer doppelten Zeitrechnung; sie bestimmen zuweilen nach den abyssinischen Monaten — diese sind Soimemnonate zu je dreißig Tagen und beginnen im September —, zuweilen nach Monden, hier nennen sie Resan dm ersten Mond,. und dieses ist die eigentleche Zeitrechnung der Falascha. Sie haben daher Schaltjahre, wo ein Monal von dreißig Tagen eingeschaltet wird, während die Abyssinier jährlich einen Schaltmonat von fünf, und je im vierten Jahre von sechs Lagen haben. Bgl. Ruppct a. a. O. 2. Band S. 34. — Zu bedauern ist, daß d'Abbatie sich nicht von dm Falascha die Namen ihrer Monden angeben ließ. 1) Im Französischen: Pßte des Tabernacles. Ist mir unverständlich! Frankel, Monatsschrift II. , 32

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