Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 424 (sequence 16)
- Language
- German
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424 Die Diaspora zur Zeit des zweitenMempels. selbst diese Colonisation zugegeben'), keineWahrscheinlichkeit für sich, da nicht abzusehen ist, was Syrer mit der jiid. Religion gemein haben. Daß aber Alexander Juden hierher versetzt habe, wird von keinem Autor erzählt; und es ist das Schweigen Josephus' hierüber, der über jüd. Colonkm durch Alexander und dessen Feldherren genau berichtet, ein Beweis des Gegentheils. Wichtiger ist eine Mittheilung aus einer abyssinischen Chronik, nach der eine Jüdin, Sague, den christlichen König Deland zu Anfang des 10. Jahrh. vom Throne gestoßen und eine Dynastie gestiftet habe, die länger als vierthalbhundert Jahre regierte^). Diese Thatsache liegt der oben (S. 411) erwähnten, mit vielem Fabelhaften ausgeschmückten Erzählung des Daniten Eldad von einem jüd. Reiche in Kusch zu Grunde; und scheint die Nachricht hiervon in der nordafricankschen Stadt Keirwan, wo dieser Eldad erzählend eingeführt tvird, verbreitet gewesen zn sein. Benjamin aus Tudela erzählt ebenfalls von unabhängigen Juden in Aden , eigentlich Adel, ivelches auf das Hochgebirge Abyssiniens zu beziehen ijl3). So erzählt auch Rüppell,.daß die gebirgigen Gegenden der Provinz Simen bis gegen Ende des 16. Jahrh. vorzugsweise von Juden bewohnt waren, die später allmälig vertilgt oder zum Religionswechscl gezwungen wurden'). An einer andern Stelle theilt dieser scharfe Beob» achter mitdaß ihm im Gebirge auf der Reise nach Simen ein schöner und, wie es scheint, durchaus kräftiger Menschenschlag begegnet sei, besonders zeichneten sich die Frauen durch schöne Formen des Körpers und des Gesichts aus. Früher Bekenner der jiid. Religion wurden sie vor etwa fünfzig Jahren zur Annähme des Chrkstenthums gezwungen 5). In Gondar, der vorznglichsten Stadt Abyssiniens gibt cs noch eine Art Judenviertel, von sechzig jiid. Familien — Falascha — bewohnt3). Auf dem Wege von Gondar nach Axnm zeigte man ihm die Schutthaufen der ehemaligen Residenz des Königs der Falascha^). ך" t) Sie wird erst von dem späten Philostorgus erzählt» die früheren Gcschichtschreiber erwähnen, sie nicht. * ■ 2) Rüppel 2. Bd. S. 350. 3) Bgl. Benjamin «<I. Wer Th. I. ©. 95. Kh- 2. S. 145. 4) Rüppel 2. Bd. Xttf. 5) Derselbe 1. Bd. S. 401. 6) Derselbe 2. Bd. S. 82. 7) Derselbe 2. Bd. S. 248. Roch andere vereinzelte Nachrichten vgl. das. S. 281; Inschrift zu «mm, die nach RLdiger'S Entzifferung sich, auf einen Sieg