Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 11 · p. 423

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 11
Article
Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
Date
1853-01-01
Page
423 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829150-2829162-2852704--01303-2852734
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

423 Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. vergehet, das Laubhüttenfest spät im October fiel, das Jahr also ein Schaltjahr —mit einem angesiigteu dreizehnten Monat — mar8 9). Wie zahlreich die jüdische Bevölkerung in dem Cyreneischen Distrikte gewesen, beweist der, durch die aus Palästina nach Cyrene geflohenen Zeloten nach der Zerstörung des zivciten Tempels angeregte Aufstand der Cyreii. Juden, fernerdereu Erhebung unter Trajan. Von Cyrene aus verbreiteten sich Juden, wahrscheinlich durch die römischen Vernichtungskriege, nach den gegenüberliegenden europäischen Küsten; doch gehört dieses nicht mehr in die Periode des zweiten Tempels. Die egyptische Diaspora hat noch einen andern bis jetzt nicht gewürdigten Zweig, dessen Richtung weit nach Süden gehet. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts (Hiob Ludolf) kamen nach Europa dunkle Nachrichten von einem jüd. Reiche in Abyssinien das nach Einigen noch selbstständig bestehe, nach Anderen seine Selbstständigkeit verloren habe. Es wurde noch Manches von einem jüd. König Gedeon, einer Königin Judith u. a. nt. hinzuge'sügt. Neuere Reisende, wie Bruce, Salt, Nnppell haben genauere Erkundigungen eingezogen. Letzterer vermuthet, das; Colonien von Syrern, die Alexander der Große an die abyssinische Küste verpflanzt haben soll, zugleich mit der jüd. Religion die ersten Keime der Bildung hierher gebracht. Von diesen jüdischen Einwanderern, welche den Einheimischen geistig überlegen waren, rührt die sonderbare, in ganz Abyssinien verbreitete Sage her, daß Minilek, ein angeblicher Sohn des Königs Salomon und einer Königin von Saba, im 11. Jahrh. v. Ehr. nach Abyssinien gekommen sei und daß von ihm die bis auf die neueste Zeit regierenden Kaiserfamilien abstammen Die Conjectur, daß die jüd. Religion durch die von Alexander nach Abyssinien versetzten Syrer dahin gebracht worden sei, hat 8) Das Ausführliche hierüber sowie die Inschrift vgl. in der Zeitschr. der deutschen morgenländ. Gesellsch. a. a. O. Hr. Prof. Anger bleibt nach mehreren gelösten Einwendungen bei dem Bedenken stehen, daß, da nach meiner Annahme der auf der Inschrift genannte 25. Phaoph aus den 27. October fallen müßte, der 1. Tischri also den 6. Oct. begonnen hätte, ein so spater Anfang des Monats nicht gerade wahrscheinlich sei. Dieses Bedenken erledigt sich jedoch durch die einfache Thatsache, daß ein solcher später Anfang nicht selten ist. Im heurigen Jahr M der 1- Tischri am 3. October, und in manchem Schaltjahr pflegt er noch später zu fallen. 9) Reise nach Abyssinien von E. Rüppel Bd. 2, S. 326.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.