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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 11 · p. 420

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 11
Article
Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
Date
1853-01-01
Page
420 (sequence 12)
Language
German
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420 Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. Juden nicht zu großem Ausehen und wurden die dort fuugirenden Hohenpriester voll dem bessern Theilr mit Verachtung gevtauitt“), Alexandrien hing also durch mehrfache religiöse Bande mit Palästina zusammen, und doch zeigt sich hier ein anderes Verhältniß als in Babylon; der eigentliches Nerv, das vom Geiste der Schrift und des Judenthums getragene religiöse Stndinm fehlte, Alexandrien hatte keinen eigentlichen Boden für die Religionswissenschaft, daher verschwand auch diese Diaspora ohne tiefere Spuren im Jndenthum zurnckzulasscn. Eine wenn auch unschuldige Veranlassung ivar die unter dem Namen ״Septuaginta" in Alexandrien veranstaltete griechische Uebersctzung der heil. Schrifta). Sie war in der Absicht unternommen worden, dem Volke, das des Hebräischen unkundig, die Schrift in der Ursprache nicht verstand, die heiligen Bücher in der ihm geläufigen Sprache in die Hand zu geben. Aber eS wurde hierübersehen, daß eine Uebersetzung das Original nicht entbehrlich mache, und ist vollends dieses Original das Nationalheiligtsmm so mag wohl die Uebersetzung nebenher gehen,, das Origmal aber darf nie dem Sinne und den Händen des Volkes entweichen, es muß mit dem Gedanken genährt und großgezogen werden, daß dieses sein unveräußerliches und unantastbares Gut sei, an das sein Bestehen geknüpft, über das cs mit der aufopferndsten Sorgfalt und Hingebung z» wachen habe. In Alexandrien gerieth allmälig die Schrift in der Ursprache ganz in Vergessenheit und man bediente sich mir der Uebersetzung; selbst der hochgelehrte und für das Judenthum mit seltener Innigkeit begeisterte Philo, der seine zahlreichen Schriften der Erklärnng der heil. Schrift widmete, hatte nicht die Schrift im Original gelesen, hatte keine Ahnung von dem eigentlichen Wortlaut des Originals! —■ Diese Uebersetzung war auch nicht eanonisch festgestellt worden, und es schlichen daher Zusätze und Jrrthumer aller Art ein; und daß man nicht wie in Palästina die Schrift an Sabbaten nach der Ordnung verlas H, trug auch nicht wenig zu deren Verfälschung bei. — War nun hierdurch 2) Vgl. hierüber ausführlich den Aufsatz ״Einiges zur Forschung über den Oniastempel" vor. Zahrg. 3) Ich übergehe hier die Erörterung über Zeit, Geist und Werth dieser Uebersetzung und verweise auf die Schriften: Vorstudien zu der Septuaginta. Ueber den Einstuß rc. 4) Ueber die Verlesung zu Alexandrien vgl. Vorstudien S. 52 ff.

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