Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 416 (sequence 8)
- Language
- German
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416 Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. Chcmilcn; und er kam nebst seinen neneingctretcnen ungeübten Kämpfern in diesem unvorhergesehenen Angriff um. Die Rache der Sieger wendete sich nun gegen die in Babylonien ansässigen Juden, die zu schwach um erfolgreichen Widerstand zu leisten, nach Selencia am Tigris answanderteu. Auch diese Stadt mußten sie, wie weiter erwähnt werden wird, bald wieder verlassen und sie begaben sich hierauf theils wieder noch Nehardea. zurück, thcils gingen sie nach der festen von Juden stark bewohnten Stadt Nisibis.— Dieses im nördlichen Mesopotamien gelegene Nisibis") ist hier auch deßhalb hervorznhcbcn, weil die Juden dorthin, wie nach Nehardea das jährliche halbe Schekel nebst den sonstigen für den Tempel bestimmten Weihgeschcnkcn zur Gesammtvcrsendung nach Jerusalem niederlegten"). Glaubt man Plinius (Hist. Nat. 6,. 30) so wurde Nisibis von einem Selen- «den erbauet, und würde die Ansässigmachung der Inden daselbst in die nachpcrsische Periode fallen; doch ist nach anderen Zeugnissen die Entstehung dieser Stadt viel höher hinauf und schon in die Zeiten der Perser zu verlegen'). Sie war später die Residenz der armenischen Könige; und daß die Inden nichtsdestoweniger sich hier in so großer Menge und so sicher fanden, daß sic gleichsam ihre heilige Schatzkammer hierher verlegten, dürfte auf deren frühe Niederlassung daselbst Hinweisen. Werfen wir nnn einen Blick anfdaS Leben dieser babyl. Colonien zur Zeit der Perserherrschast. Diese Periode ist, wenn man von der aus dem Buche Esther bekannten Begebenheit (deren Zeitpunkt jedoch noch nicht genau ermittelt ist) absichet , an Ereignissen ganz arm; und es theilt hierin Babylonien das Schicksal Palästinas, 8) In der talm. Literatur נציבין . Nicbuhr Reifebeschreibung LH. 2 S.381 ließ sich von einem Mitreisenden Juden aus Prag berichten, daß dieser Ort bei den Juden Minzibin heiße; ein Schnitzer, der auch in Ritters Erdkunde (das. S. 426) übergcgangcn ist. Das M ist das Mem locale. . 9) Iosephus a. a. O. Jrrthümlich sagt er von der Stadt, sie liege xazü zöv ctvzöv zov Tzozctfiov (seil. Ev'cpQazov) tccqiqqovv. Nisibis liegt wie bekannt nicht am Euphrat. —• Auf diese in Nisibis und Nehardea angesammelten und nach Jerusalem gesandten Schekel und Weihgeschenke weiset j. Schekalim I, 4; תני שלישית הוא היתה עשירה שבכולן שהה בה א י צ ט ל'' עול זהב ודרג ומת של זהב . — Nach Rapoport (Erech Millin S. 217) «änderten Juden in Nisibis erst zur Zeit des die Peruschim verfolgenden Alexander Jannai ein. Hiergegen erhebt sich jedoch das Bedenken, daß diese sich wohl eher nach dem befreundeten Babylon als dem fremden Nisibis begeben hätten. Vgl. weiter. 1) Vgl. hierüber ausführlich Ritter das. S. W.