Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 415 (sequence 7)
- Language
- German
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415 Dir Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. Asinai zum König, der nicht nur sein den Brüdern gegebenes Wort hielt, sondern sie auch in der Hoffnung, durch sic die unruhigen Satrapen im Zaume zu halten, zu Befehlshabern über Babylon ernannte. Asinak, die eigentliche Seele seines Anhanges, crbauete nun mehrere Festungen und herrschte durch fast fünfzehn Jahre mit unumschränkter Macht. Ein unglücklicher Zufall löste nach dieser Zeit die Herrschaft der Brüder und mit ihr den ganzen Schcinstaat auf. Een parthischcr Befehlshaber kam in die angrenzende Provinz. Chanilai verliebte sich in dessen schöne Frau, ein Vorwand znm Kriege wurde gesucht, Jener fiel in der Schlacht nnd Chanilai führte die Frau heim. Diese behielt jedoch ihre früheren Götter und betete sie öffentlich an. Hierüber brach allgemeiner Unwille unter dem Heere der Bruder ans, nnd als ein angesehener Krieger der mit lautem Tadel hervorgctrcten ivar, ermordet wurde, entstand ein Anflauf, und cs wurde in heftigen Ausdrücken dem Asinai seine Nachsicht gegen seinen Bruder vorgeworfcn und daß er das götzendienerische Treiben dulde. Asinai sah sich nun gedrungen, seinem Bruder die Entlassung seiner Frau anzubefehlen; doch diese kam der Ausführung des Befehles durch Vergiftung ihres Schwagers zuvor. Der Tod Asinai's >var der Beghin des schnellen Verfalls. Der nun allein Herrschende Chanilai gnieth in Kampf mit Mithradates, einem Schiviegerfohn des Königs Artaban. Mithradates ivurde gefangen und von Chanilai schmählich behandelt; ans seiner Gefangenschaft entlassen, eröffnete er von seiner Frau angctrieben die solche Schmach rmerträglich fand, vom Neuen den Krieg; und unn erlitt Chanilai der unvorsichtig die Niederungen verlassen nnd das Heer durch wüste Gegenden geführt hatte, eine ungemeine Niederlage. Der größte Thcil seiner Krieger stcl und er selbst rettete sich nur durch die Flucht. Es sammelten sich jedoch tvieder neue Schaureu um ihn, mit denen er Ranbeinfällc in die umliegenden Ortschaften machte. Die Babylonier!veudctcn sich nun an die Juden in Nehardea und verlangten die Auslieferung des Chanilai'. Als diese erwiderten daß dieses nicht in ihrer Macht stehe, ivurden sie aufgefordert ivenkgstens den Frieden zu ver- Mitteln. Sie gingen ohne zu bemerken daß dieses nur eine List sei, hierauf ein, und es begaben sich unter ihrer Führung mehrere babylonische Abgeordnete zu Chanilai. Diese Abgeordneten erforschten genau die Gegend Ln welcher derselbe lagerte, nnd nachdem sie znrnckgekehrt waren, überfiel das parthische Heer dm