Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 413 (sequence 5)
- Language
- German
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413 Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. Babylon allein ist also hier hervorgehoben; und ebenso Wirdes auch besonders genannt bei der Einrückung eines Schaltmonats. Der Synhcdrialpräsidcnt R. Gamalicl befahl bei einer solchen Gelegenheit seinem Schreiber, ״nimm einen Brief und schreibe: An die Sohne der Gola in Babylonien und an nkisere Brüder in Medien und an die ganze Gola Israels: euer Wohlergehen möge stets groß sein; wir machen euch bekannt, daß . . . (hier ivcrden die Ursachen angegeben, ivcßhalb man einen Monat eingeschaltet), und so erachteten ich und meine Collegen cs für recht dreißig Tage zum Jahre hinzuznfügcn (Synhcdr. 11)". — Ein drittes Bindemittel endlich, dessen Wichtigkeit sich noch in dem weitern Verfolge ergeben wird, war die Sammlung des von jedem Erwachsenen entrichteten jährlichen halben Schekels nach Jerusalem; und auch hier waren allein Babylon und Medien namhaft gemacht, und mit ihnen die fernen Länder in Berbindüng gebracht (Schekaliin 7, 4). Die babylonischen Colviii'en oder Gemeinden — unter dieser Benennung sind überhaupt die am Euphrat und weiter oft- und »ordostwärts gelegenen, also auch die persischen und medischen Gemeinden begriffen — befanden sich unter derpersischen, sowie der darauffolgenden seleucidlschen und parthischen Herrschaft in blühendem Zustande. Als der letzte Hasmonäerfürst und Hohe- Priester Hyrcan in die Gefangenschaft des persischen Königs Pacorus gerathcn war und dessen Nachfolger Phraotes ihn der Fesseln entledigte, fand er Hochachtung und Verehrung bei den zahlreich in Babylonien wohnenden Juden; und als er sie auf Einladung des Hcrodes verlassen wollte, so baten sie ihn bei ihnen zu bleiben, da ihm doch nichts an Macht und Ansehen Ivie sie der königlichen und hohepricsterlicheck Würde zieme, bei ihnen abgche.. Der Unglückliche ließ sich jedoch von den heuchlerischeu Worten des Herodes täuschen; und die babylonischen Juden beschenkten ihn reichlich bei seiner Abreise°). — Wahrscheinlich würde auch das Schicksal Palästinas eine andere Wendung genommen haben, wenigstens iväre die Katastrophe weiter hinausgeschoben worden, wenn es sich mehr auf die Parther als aufRom gestützt hätte. Bei Jenen hätte es zuverlässige Mitkämpfer in den Juden Babylons gefunden *). Doch die verrätherische herrschsüchtigc Politik Antipatcrs und dess-n blntgierigen Sohnes Herodes hatte es an Rom verkauft. 5) Zosephus Mcrthümer 13. 2, 2. 3. ') Vgl. Zosephus Züd. Krieg 1. 1, 1.