Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 412 (sequence 4)
- Language
- German
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412 Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. Den Fernen wurde in früherer Zeit der vom Synhedrium auf Abhörung der Zeugen bestimmte Beginn des Monats (Neumondstag), durch auf Bergen angezündeie Signalfener bekannt gemacht. Diese Signale wurden gegeben bis nach dem Berge Bet-Bkltin, von wo aus das Signal sich in der ganzen Gola verbreitete (Rosch Hafchana L, 4). Daß unter diesem Gola Babylon gemeint fei* * 3 4 5), ergibt sich genügend aus dem Umstande, daß ein Autor ausdrücklich erzählt, er habe bei seinem Heraufzuge von Babylon nach Palästina den Bet-Biltin bestiegen und es kamen ihm von da die Palmwälder (an denen wie bekannt Babyloniens Ebenen überreich sind) wie Dorngebüsche im*). einen wie der andern Seite erhoben werden, dürften durch die Annahme -es Textes, daß in früherer Zeit durch die Aussage der Zeugen, in späterer — seit dem Nasiat des Hillel'schen Hauses — durch diese und die Berechnung zugleich der Neumond festgestellt wurde, ihre Ausgleichung und Berichtigung finden. Eine umständliche Auseinandersetzung gehört nicht in diesen Aussatz. 3) Wie auch Rosch Haschana 23 b erklärt wird. 4) j. L. Rosch Haschana 2, 4 r א״ר חונה נד מתקינן לדכא סלקייגן לראש כלה בלתין והוינן המיץ דקלייא כאילן הגייא Dieses חגייא ist wie הגליא/ von 1-.121׳ והגל Dornge- Hecke. — Doch bieten, da Gola Babylon ist, die in der Mschna zuletzt genannten Stationen ומגרופינא לחוורן ומהוורן לבית בלתין manche Schwierigkeiten. SSci ד5רודן denkt man natürlich an den Hauran im Ostjordanlande. Wie kann aber ein auf dem Hauran gegebenes Signal (die arabische Wüste liegt mitten inm) auf einem. Berge in Babylonien gesehen werden? Burkhardt erzählt jedoch (vgl. dessen Reisen in Sprengels Bibliothek LH. 38 S. 1051) von einem hohen in der arab. Wüste stehenden Berg Laha, von wo aus ein Wadi Hauran sich in den Euphrat ergießt. Diesen Laha, der einige Tagereisen vom Euphrat ist (Ritter Erdkunde Th. 11 S. 734), nennt die Mschna nach dem in'ihm entspringenden Wadi Hauran הוורן, und mochte er im AlLerthum diesen Namen gehabt haben. ביתבלתץ ist einer der DesazayaL Berge am Euphrat (Ritter S. 720) oder der Brelrmmah Berge (das. S.731, im Talmud das. wird erklärt מאי ביה בלתין אמר רב זו בירה, man findet hier einige NamensahnlichkeiL), oder der Abul Us (das. 736); in diesen Gegenden waren die babyl. jüdischen Gemeinden, Nehardea, Pumbadita re. und hier der vorzüglichste Sitz der bahyll. Gola.׳ Es bleibt nun aber noch unerklärlich, woher dieser Laha חוורן das Signal empfangen habe. Nimmt man jedoch an, daß durch Gleichnamigkeit eine Station in der Mschna ausgefallen und es heißen soll: ומחוורן לחוורן וכוחוורן לבית בלהין, so ist die Schwierigkeit beseitigt. Das erste!חוור ist das ostjordanische Hauran; von hier aus bis $um׳ andern חוורן Hauran dürste die Entfernung in directer Richtung 6—7 Tagereisen, etwa 35 bis 40 Stunden betragen (Burckhardt gibt die Entfernung von Damaskus bis zum Laha auf 8—10 Tagereisen an; berechnet man die weit südöstlichere Lage des ostjordanischen Hauran, so ist die obige Annahme von 6—7 Tagereisen eher zu groß als zu gering). Bei dem heitern Himmel dieser Gegenden kann ein auf der Spitze des einen Berges hochflackerndes Feuer (vgl. Rosch Haschana 2, 3), auf der Spitze des andern Berges wahrgenommen werden.