Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 411 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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411 Die Diaspora zur Zeit des zweiten Tempels. anschlossen, kann hier wo nur ein hist drisch er Faden leiten soll, nichts eingeräumt werden*). Diese im persischen Reiche weit verbreiteten und an Anzahl das Mutterland (wenn es noch so genannt werden kann) stark überragenden jüdischen Colonicit blieben mit dem Muttcrlande in stetem Zusammenhang, so wie wieder Babylon und neben diesem Medien — Persien wird, weil cs zum Theil in Babylon zum Theil in Medien begriffen war, selten namentlich gedacht — als der Nerv der Gola (Zerstreuung) betrachtet wurden und auf sic vorzüglich die Beziehungen gegen außen gerichtet waren. Der Zusammenhang dieser Länder mit Palästina war durch dreierlei vermittelt: durch den Tempel zu Jerusalem, durch die Feststellung desMvnates, durch das fahr liehe halbe Schekel.— Der Tempel zu Jerusalem war der Mittelpunkt für sämmtlichc aus Judäa unmittelbar und mittelbar (vgl. weiter) stammende jud. Colonicn. Dieser Rang konnte ihm, auch als durch Hohepriesterstrekt sich ein Rival in Egypten erhob, nicht streitig gemacht >verden. — Von dem im Tempel zu Jerusalem restdirenden unter dem Namen Synhedrium bekannten großen Gerichtshöfe ging ferner die Fipirung des jedesmaligen Monatsbeginns ans, da die Kalcnderbcrechnung theils noch nicht bekannt war, thcils auf sie allein nicht gefußt werden durfte und erst Zeugen abgehört werden mußten, die den neuen Mond gesehen hatten"). 1) Die Angabe von diesem jüdisch-äthiopischen Reiche befindet sich in dem seltenen Büchlein ׳ran אלדד, das A. Jellinek vollständig in seinem diese Monate erschienenen ביד. ד, כ! דרש חלק -י cdirt hat. Alles zeigt von der, späten Abfassung dieses Buches, besonders die dortigen הלכות טרפות, wo nicht nur die von den spätesten Amoralm (und selbst von den Geonim) angegebenen טרפות sich finden, sondern auch Manches angegeben wird, das an Unsinn grenzt. Der Verfasser scheint eine Apologie der חי טרפות, von denen einige im. Talmud als הל״ט angcgeben werden, beabsichtigt zu haben; darum hat Eldad's Vaterland keinen andern namhaften Gelehrten als Josua, der von Moses diese Lehren empfangen hat. Die Erzählung ist die Hülle, die ת' טרפות der eigentliche Kern. Selbst der angeführte respondirende R. Zemach Gaon scheint smgirt. — Mit Recht bemerkt übrigens Jellinek (a. a. O. S. XXVlII) daß Kosafot »nd R. Ascher zu Cholin Ans. eine Stelle aus Eldad citiren, -die sich in diesem Büchlein nicht findet; sie scheinen also eine andere Version gehabt zu haben, vielleicht eine in solcher apologetischen Absicht m-fagte.,jnB'n» ה׳ . Jedenfalls' ist hervorzuhebeu, daß die 'ח טרפות des Eldad weder voHdieftn noch von anderen Autoren auch nur mit einer Hindeutung berührt wcrdem — Ucber Eldad Hadani vgl. auch Rapoport Leben des R. Nathan. Vgl. ferner weiter. 2) Bgl. Waimonides Kiddusch Hachodesch c. 7 zu Ende. Menachot 11, ■7. Seftr Hamizwot153. Die differirendm Meinungen und dieEinwürse, die auf der 31*