Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 405 (sequence 5)
- Language
- German
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405 Recensionen und Anzeigen. selten, dahingegen häufiger beim Minchagebete, das schon Mittags halb L Uhr verrichtet wird. — Die Ehrenbezeugungen oder sogenannten Mizwot werden nicht versteigert, sondern nach einem (im Annuaire auf der Rückseite des Umschlageblattes auch mitgetheilten) festgesetzten Tarif den Betreffenden überlasten. Hierbei scheinen uns jedoch die Satze für Neujahr und den Versöhnungstag, wo jede עליה mit 80 und resp. 100 Francs angesetzt ist, zu hoch! Also minder Bemittelte sollen an diesen Tagen gar nicht zur Thora gerufen werden können? — Unter den Wohlthätigkeits-- cmstatten ist hervorzuheben: 1) ״ Das Comite zur Unterstützung und Aufmunterung", unter Leitung des würdigen Großrabbiners Hrn. Isidor und des um die religiösen, scientisifchen und moralischen Verhältniste der Juden in Frankreich höchstverdimten Albert Cohn. Dieses Comite, welches zugleich die Beerdigungsangelegenheiten leitet, vertritt das was an andern Orten gewöhnlich Armen- und Krankenvecpflegungs-Vereine üben; durch jährliche Beiträge, Schenkungen, Umgänge u. s. w. hierzu in den Stand gesetzt, versorgt es alle Hülfsbedürftigen nach Befinden mit Geld und Speisen, vettheilt Winterholz und Mazot für das Pesiachfest und läßt den Kranken freie Arznei und unentgeldlichen ärztlichen Beistand zukommen. — 2) Der Frauenverein zur Aussteuer armer Bräute, womit eine Lotterie zum Besten des ist. Armenhofpitals verbunden ist. — 3) Verein junger Leute zur Beförderung von Künsten und Handwerken bei der jüdischen Jugend (analog dem seit 1829 in Dresden bestehenden Mmdelssohnvereine), unter Leitung des Hrn. Baron A. von Rothschild und des Hm. Albert Cohn. — Es gibt außerdem noch 20 Wohlthätigkeitsvereine (חבחח) in Paris, zu verschiedenen Zwecken, ferner 6 bis 8 reich fundirte Stiftungen, worunter das am 16. Mai 1862 eingeweihete ״Hospital Rothschild" den vorzüglichsten Rang einnimmt. Dieses von einem geraunngen und Schatten gewährenden Gatten umgebene kolossale Gebäude wurde auf alleinige Kosten des Hrn. Baron James v. Rothschild hergcstellt, und ist der Unterbringung von 60 ist. armen Kranken beiderlei Geschlechts sowie von 4V alten Männern und Frauen ist. Religionsbekenntnisses, gewidmet. Die innere Einrichtung läßt an Comfortabilität und Zweckmäßigkeit kaum etwas zu wünschen übrig. Der Secretär und Schatzmeister der Anstalt Hr. Albert Cohn, läßt es sich angelegen sein, das Hospital häufig zu inspiciren und strebt mit wahrer Humanität darnach, alle ausgesprochenen Wünsche der daselbst Weilenden nach Kräften zu erfüllen. Bei dem Hospitale ist zugleich eine kleine Synagoge und eine Bibliothek, worin Leidende und Reconvalescenten Erhebung und Unterhaltung suchen können. -Nicht nur theologische und historische Werke, sowie Erbauungsbücher befinden sich darin, sondern auch interessante belletristische Schriften neuerer französischer