Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 404 (sequence 4)
- Language
- German
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404 Recettsionm und Anzeigen. und die von Fontainebleau, wo seit 1789 ein Betzimmer sich befindet, hat bereits einen angemessenen Platz zu einem Gotteshause erworben. Doch halten wir uns bei der Metropole Frankreichs etwas langer auf. Das Consistorium daselbst (bestehend aus dem Großrabbiner Hrn. Isidor, einem weltlichen Präsidenten und noch fünf Mitgliedern) leitet und überwacht alle -asige jüdisch-religiöse und wohtthatige Institutionen. Hiervon erwähnen wir namentlich die beiden großen Synagogen oder Tempel, wie man sie in Paris nennt, nämlich die Const'stocial- Synagoge, worin der askenasische Ritus dommirt , und die portugiesische Synagoge; außer denselben mögen noch gegen 20 kleinere Betzimmer oder sogenannte Oratorien — die zumal am Neujahr und Versöhnungstage sehr frequentirt werden — in Paris sich befinden. — Das Innere der zuerst erwähnten großen Synagoge (in deren Seitengemächern das Sitzungszimmer und Secretariat des Pariser Consistonums sich befindet, wobei auch eine Laubhütte zum Festgebrauche — die einzige in ganz Paris — angebracht ist) ist besonders durch die Munisicenz Rothschilds und andrer großen Hauser in Paris, äußerst pracht- und geschmackvoll ausgestattet und übertrifft wohl in dieser Beziehung alle Synagogen Europas. Die Synagoge an sich ist aber im Verhältniß zur jüdischen Bevölkerung von Paris und der großen Anzahl fremder Israeliten, die sich fast stationär daselbst aufhalten, viel zu klein und genügt dm religiösen Bedürfnissen nicht. Hierzu kommt noch, daß zwar fei früheren Jahren die meisten Israeliten ausschließlich den Stadttheil bewohnten, worin die Synagoge sich befindet; jetzt ist dies aber nicht mehr der Fall, die Wohlhabenderen, so auch viele Professtonisten, wohnen meist sehr entfernt von jenem Stadttheile, darum sollte das Gotteshaus möglichst im Mittelpunkte von Paris erbauet sein, um Wen zu genügen. Hätte man, als vor ewigen Jahren die Synagoge einstürzte, selbige zwar in einfachem Style wieder restaurirt, dahingegen zur Hauptsynagoge einen andern angemessenen Bauplatz zu erwerben gesucht, welches bei den eminenten Mitteln, die der Pariser Gemeinde zu Gebote stehen, wohl nicht so schwierig gewesen wäre, so würde obigem Uebelstande abgeholfen worden sein. — Der Gottesdienst wird in seinen wesentlichen Theilen nach der alten Weise abgehalten, blos ist Alles was der Würde des Cultus Eintrag that möglichst entfernt. Besonders anziehend und erhebend sind die Ceremonien und Gesänge beim Aus- und Einheben der Gesetzrollen, die Keduscha u. s. w», nur wäre Manches an die katholische Liturgie zu sehr Erinnernde hinwegzuwünschen. Auch begreifen wir nicht warum die תבהוח zweimal, vor Beginn der Vorlesung nach sesardischem Brauche und dann beim Schlüsse nochmals nach deutschem Ritus vorgmommen werden. Religiöse Vorträge sind beim Morgengottesdienste (der überhaupt am Sabbat sehr früh beginnt, im Gegensatz zu dem bekannten Responsum des^nnv)