Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 400 (sequence 3)
- Language
- German
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400 Recensionen und Anzeigen. Gen. 18, 5 ״so (wie die Stemenzahl) wird dein Saame werden", welche S. 17 folgt, ist zwar erhaben aber doch wohl nur midraschisch-allegorisch. — Der Vers. verbreitet sich sodann in weiteren Entgegnungen mancher falschen Auffassungen der Weltgeschichte.und schließt mit der edlen Ermahnung, daß man allerdings ״Gott und Gotteslehre" als Mittelpunkt aller Vergangenheit und Ankunft zu fassen habe, aber die Verschiedenheit der Consessionen keine Trennung der Menschheit Hervorrufen, sondern vielmehr deren Vereinigung zu dem Streben nach dem einen Ziele bewirken solle, ״das in allen Consessionen Wesentliche (d. i. das Dasein Gottes und Vollziehung seines Sittengesetzes) zur höchstmöglichen Anerkennung zu bringen!" — Möchten solche Worte besonders in den Kreisen, für welche die vorliegende Abhandlung hauptsächlich bestimmt scheint, rechten Anklang finden! — S. 85 —138 folgt: ״Der goldene Thron Salomo's" vorgetragen im Vereine der Erfurter Kunstfreunde am 25. Febr. 1852. — Nachdem der durch die neueren Zeitereignisse mehrfach bekannte, geistvolle General v. Radowitz und noch einige andere hochgestellte Männer Vorträge über mehrere zur Kunstgeschichte gehörende Gegenstände gehalten hatten, wählte.Hr. S. Cassel ein Thema, das der jüdisch-orientalischen Sage angehörend auch für Kunstkenner, Geschichtsforscher, Mitglieder des Maurerbundes und überhaupt für Männer aus der höheren Gesellschaft von Interesse ist und wobei er Gelegenheit fand, seine ausgebreitete Belesenheit, sowohl in der midraschischen Literatur als in anderen dahin einschlagenden Fächern darzuthun, sowie nebenbei manche biblisch-exegetische Bemerkungen mitzutheilen. Es ist bekannt, daß der 1. Kön. 10,18—20 und etwas abweichend 2. Chron. 9, 17—19 beschriebene Thron Salomo's in der rabbinischen besonders paraphrastischen Hagada, namentlich im sogenannten zweiten Targum zum Buche Esther, eine phantasiereiche Ausschmückung erhalten hat, die mit der Salomonssage überhaupt und anderen mythenhasten Er- Zahlungen des früheren und späteren Orients in mannigfacher Verbindung ist. Der Vers, benutzt dieses zu einer umfassenden und mitunter sehr anziehenden Darstellung sowohl des Materials jener Sage, hauptsächlich soweit sie die Thronmechanik und das dazu Gehörige betrifft, als auch der mannigfachen Parallelen hierzu, die man in den Sagen, Gebräuchen und Ueberlieserungen anderer Völker findet und woraus verschiedene, Lei Krönungs- und Hoffeierlichkeiten noch heutzutage üblichen Ceremonien und bildliche Ausschmückungen entstanden sind. Wir übergehen hier, was mehr den plastischen Künstler interessiren kann, nur bemerkend, daß nicht ״Kaiser Karl IV." (wie S. 106 Anm.), sondern ״K. Rudolph II." den R. Lob in Prag eingeladen hatte, ferner, daß im Thronhimmel des jetzigen Kaisers der Franzosen bloß deßhalb Bienen siguriren (S. 82),