Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 399 (sequence 2)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 399 schast des Judenthums gehören oder mindestens für dieselbe von Interesse sind, auch der Name des Herausgebers in diesem Gebiete bereits einen guten Klang hat. — S. 1—34 enthält einen Aufsatz des Herausgebers, betitelt: ״Wissenschaftliche Fragmente. I, Einleitung", dessen Inhalt sich eigentlich in Folgendem zusammenfassen laßt. Es wird bekanntlich in neuerer Zeit von einer gewissen Partei dahin gestrebt, die ״positive Religion" als Grundlage aller Geschichtsforschung hinzustellen. Im Gegensatz zu der im vorigen Jahrhundert beliebten sogenannten ״rationalistischen" Auffassung aller geschichtlichen Thatsachen, soll jetzt eine ״christliche Weltgeschichte" construirt werden. Die ״christliche Offenbarung" — heißt es — sei als Nerv und Mittelpunkt alles Eeschichtslebens anzusehen. Wahrend nun der Vers, des vorliegenden Aufsatzes den Prämissen jener Anschauung, namentlich in ihrer Opposition gegen die ״ entgottete Weltgeschichte", Leipflichtet, weicht er jedoch in d e r Beziehung davon ab, daß er auf den Ursprung der Geschichte weiter zurückgehet und ״die Offenbarung Gottes in der mosaischen, Lehre" als den einzigen und wahren Ausgangspunkt darstellt, an den alle Geschichte sich anzulehnen habe. Wahrend in allen nationalen und religiösen Anschauungen der heidnischen Völker das nächste Verhaltniß der Gottheit nur zu ihrer Nation gedacht werde, überhaupt nichts was über ihre eigne Erinnerung oder die ihrer eignen Ahnen hinausging gesetzt wurde, so ist hingegen in der mosaischen Offenbarung zuerst der Mensch auf den erhabenen Standpunkt gestellt, der den waltenden Geist in seiner Ewigkeit, als der da war, ist und sein wird, erkennt und die Nation, aus deren Wort die Bibel redet, verschwindet fast ganz in derhistorischen Tafel, welche die Generation der Geschlechter verfolgt. Selbst der Stammvater Sem wird hier nicht als Herr der Generation über das weiteste, sondern über das engste Gebiet dargestellt und der directe Stammvater der Hebräer nimmt wieder eine nicht eminente Stellung ein. In einer Anmerkung (S. 14) äußert der Vers, hierbei, daß man sich die Deutung von Gen. 10, 26 כי בימיו נפלגה הארץ bis aus den heutigen Tag erschwert habe, weit man übersetze ״denn in seinen Tagen ward die Erde getheilt"; es müsse heißen ״ward das Land getheilt", nämlich das vom Stamme Eber besessene Land. — Allein da müßte wohl נחלקה nicht נפלגה stehen i Knobel (Genes. S. 15) meint darum הארץ beziehe sich hier auf die ״Landesbevölkerung" (wie das. 11, 4. 66, 8), welche sich von einander trennte. Dadurch wäre die Deutung des Hrn. Cassel auch sprachsicher motivirt. ׳— Mit Geist und Warme beleuchtet der Vers, hierauf das Mißverstandnrß, das den Gott der Juden als einen Nationalgott betrachtete, darlegend, wie diese irrige Anschauung durchaus nicht als christliche gelten könne, indem die Kirchenlehrer weit entfernt seien ״eine solche unwissenschaftliche Bemerkung zu machen". Die Deutung der Worte