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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 9 · p. 353

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 9
Article
[Rezension]
Date
1853-01-01
Page
353 (sequence 7)
Language
German
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353 Recensionen und Anzeigen. bedrängt wird; endlich der die Größe Gottes und die Unverwüstlichkeit des Judenthums anerkennende ammonitische Feldherr Achior (אחיזר richtiger als אפור) soll einen Bekenner fremder Götter (אלחים אחרים), gewissermaßen das Heidenthum bedeuten, welches dem Judenthum die Palme reicht. Diese Digresflon war nöthig, um darzuthun, daß sammtliche Darstellungen, welche die יהודית als Heldin haben, nach dem Apokryphen ausgearbeitet und folglich durchweg sagenhaft sind. Hanna, die Tochter Jochanans kann historisch sein, Judith hingegen ist unzweifelhaft mythisch. Dieser Pragmatismus, daß die Hasmonäer sich durch einen unkeuschen Angriff auf die Unschuld einer ihrer Verwandten zur Gegenwehr aufgefordert fühlten, und daß mithin die Freiheit der Juden einen ähnlichen Ursprung, wie die der Römer durch Lucretia hatte, erweist sich viel wahrscheinlicher, als die Darstellung wie sie das MaccabäerLuch gibt. Man vergegenwärtige sich nur die Situation recht lebhaft. Ein syrischer Unterbefehlshaber — Josephus nennt ibn Apelles — kommt nach Modin, und fordert die jüdischon Einwohner auf, sich zu dem erbauten heidnischen Altar zu versammeln, um daselbst den Göttern zu opfern. Und Mathatras und seine Söhne kommen der Aufforderung nach, sie treffen wirklich ein. Dieser Aug erscheint sehr unwahrscheinlich. Wozu haben sich die Hasmonäer eingefunden, da sie weder sich dem Willen des Befehlshabers fügen konnten, noch zur Gegenwehr gerüstet waren. Aber im Verlauf wird die Darstellung noch unwahrscheinlicher. Bei dem Anblick eines Juden, der zu opfern iw Begriffe ist, fühlt sich Mathatias, der Greis, von Eifer ergriffen, tobtet den abtrünnigen Juden und den Feldherm Apelles. Und die bewaffnete Schaar der Syrer siehr das Alles mit zu, ohne sich zu rühren, ohne die Verwegenheit des Greises zu züchtigen, das ihnen doch so leicht hatte werden muffen l Denn wohlverstanden, die kräftigen Hasmonäersthrn haben hieran׳ gar keinen Antheil, sie sind bloße Figuranten. Wahrlich diese Scene macht sich nicht besser, wie die in Ludwigs Pfuscher-Drama ״die Maccabäer", wo Juda ganz allein diese Rolle spielt, die Götzenstatue, umstürz(, den sogenannten י״ח דבר durchgesetzt hat, und es dauerte wohl einige Aeit, bis es sich ms Volk hineingelebt hatte. — Ein anderes Moment spricht nicht minder für ein späteres Mer desselben. Nach V. 8, 6 fastete Judith alle Lage mit Msnähme der Vorsabbate und Sabbate, der Vorneumondtage und Neumondtage, der Festtage und anderer Freudentage des Hauses Israel (nal %0iQ(10<ivv<$v tov ofaov lt3Qct1]l). Die Freudentage, welche neben den Festtagen als etwas Besonderes erwähnt werden, können nur die Siegestage sein, welche zum Andenken an ein, die ganze Nation betreffendes, Ereigniß eingesetzt waren, die sogenannten ימי מגילת תענית f an welchen nicht gefastet werden durste. Diese Gedenktage sind aber größtentheils erst zur Maccabäerzeit und nach dem Siege des Pharisäismus über die Sadducäer eingesetzt worden.

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