Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 352 (sequence 6)
- Language
- German
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352 Recensionen und Anzeigen. Buch Judith mit Nachdruck an.- In dem singirten Gebete der Judith hebt sie den Umstand hervor: dl (dkkvysvdi) ekveav (aijzqccv 71 ag- %h vov sig [lictöt1a? sl«5 iyv^vaaav $l{\qov slg cug%vvYfv 7cat■ eßeßrj- 10*6011 iAYjtQctv slg ovuSog (9, 2). Selbst der Name Holophernes, in der Peschito, wie in der hebräischen Ueberarbeitung אליפורגי , הלפורני geschrieben, der gleich den übrigen Eigennamen dieses Epos unzweideutig allegorischer Art ist (von oXog TtoQvrjg ganz der Buhlerei ergeben), scheint aus dieses Factum anzuspielen. Was ferner aus diesem Midrasch zu entnehmen ist,. wäre der Umstand, daß diese Hanna wohl die Veranlassung zum Aufstande, aber keinesweges die Heldin gewesen sei, indem nur ihr Verlobter Eleasar (oder die Hasmonäer überhaupt) den Jungfrauenfchänderischen Griechen getodet hat:;מיד הרים אלעזר הסייף והרג אותו היו ׳ ואמר עזרי מעם ה' וו\> ebenso MegiLlat Taanit: וכשהגיע זמנה להגשא כא הקסטרין ולא הניחו אותו וקנאו מתחיה ובנין . Indessen muß in einem andern Midrasch, den R. Nissim citirt, eine Version gestanden haben, daß die Tochter Jochanans selbst dem berauschten Wüstling dm Kopf abgeschnitten habe: בתו של יוחנן האכילה לראש האויבים גכינה לשכר אותו וחתרה אח ראשה . Mag nun dieser Umstand auf einer Thatsache oder Sage beruhen, gewiß ist es, daß er vielfach sagenhaft ausgeschmückt wurde, und daß das Buch Judith diesen Charakter hat. Als solches verräth es sich, wie schon Manche bemerkt haben, durch die allegorischen Eigennamen, Die Heldin Judith (יהודית) bedeutet das in Gefahr schwebende und sich selbst rettende Judenthum, die belagerte Stadt Bethulia (richtiger Bethylua בתולה*), die Jungfräulichkeit, die vom Feinde, Holophemes (wie oben), 2) Das Buch Judith war sicherlich in hebräischer Sprache geschrieben, was auch Ewald (Geschichte des Volkes Israel 111, S. 541) annimmt, ohne jedoch im Stande zu sein, einen haltbaren Beweis dafür aufzubringen. Aber der widersinnige Vers (3,9) ״Und Holophernes kam von Esdrelon, nah bei Dotaim, welches ist vor der großen Säge Judäas" (u7tivavz1 zov itgiovos rov fisycclov z7jg ’Iovdcdag), beweist unumstößlich, daß der Uebersetzer ein hebräisches Wort falsch verstanden hat. Es stand im hebräischen Texte מישור הגדול, fctc große Ebene, der Uebersetzer las משוד und gab dafür ngtav. Auch über die Zeit, welcher das Buch Judith angehört, hat Ewald lauter Unsinniges zusammengeschrieben (das.). Er verseht es in die Zeit Johann HyrLanus, aks Judäa von Antiochos Sidetes bedrängt wurde. Aber das Buch enthält halachische Elemente, welche erst um dm Anfang der christlichen Zeitrechnung zur Zeit des Herodianers Archelaus und der Schulen Schanimai's und Hillel's in Aufnahme gekommen warey. V. 10, 4 wird berichtet, Judith habe in das Lager der Feinde Wein, Oel UndBrod mitgenommen; 12, 2—3,׳daß sie diese Nahrungsmittel nicht von Holophernes annehnren mochte, damit es nicht zum Aergerniß sei. Das Verbot von heidnischem Wein, Oel und Brod muß also damals bereits bestanden haben. Nun wissen wir, daß erst die schammaltische Schule dieses Verbot unter