Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 349 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829150-2829160-2852584--01208-2852618- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
.Recensionm und Anzeigen. 349 welcher bei seinem Hörer- oder Leserkreis die Bekanntschaft mit diesem Factum nicht voraussetzen konnte, fugt ein mehr bekanntes hinzu: בשכם נתקבצו כל ישראל על פלגש בגבעה יעל פסל מיכה , und T. 11 wieder ein anderes: בשבט לא על (הגורל) סן בגלל די ביה הוא ריש שתא לאלניא (Das Factum von der großen Versammlung ist im T. 11 ausgefallen, wie in M. R. das Omen für das Aodiakalzeichen Krebs: סרטן זכות יינה). Wir wiederholen, ein tiefes-Eingehen in diese Midrasch-Werke gewahrt die unumstößlichste Ueberzeugung, daß M. R. und die Targumin auf Esther von M. Abba Gorion abhängig sind. Um so befremdlicher ist es, wie der Hr. Herausgeber im Widerspruch mit seiner eigenen Ansicht, und biemagis amica veritas beseitigend, Junz' Urcheil von der Jugend des Abba Gorion bestehen lasten, ja auf dieses verweisen konnte, als wenn er es zu dem Seinigen machte. Aunz, welcher diesen Midrasch nicht aus Autopsie, sondern aus den Citaten im Jalkut kannte, behauptet nämlich, derselbe sei sehr jungen Ursprungs, du er gleich T. .11 eine ausführliche Schilderung des salomonischen Thrones enthalten haben soll, wie Jalkut bezeugt: באבא גוריון ובחרגים מוסיף מעט (G. V. S. 279). Indessen berichtigt die Einsicht in den nun edirten Midrasch dieses Urtheil. Das Phantasiestück von der Pracht und der Wunderkrast des salomonischen Thrones findet sich nicht darin, und wenn es sich in dem, Simon Ha-Darschan Vorgelegenen, Exemplar befunden hat, so war es ohne Zweifel ein Zusatz, wie so Manches Ln Abba Gorion aus Talmud Babli interpolirt wurde, z. B. S. 9 ייאמר המן und מפוזר ומפורד . Da nun, wie schon erwähnt, der Inhalt des A. G. in den secundaren Quellen vollständig enthalten ist, so hat er für uns nur den Nutzen eines neuen Textes zur Berichtigung falscher Lesearten. Indessen war der Codex, aus dem der Hr. Herausgeber copiren ließ, nach seiner Aussage, so sehr corrupt und lückenhaft, daß er genöthigt war, die secundären Quellen dabei zu Rache zu ziehen. Au berichtigen bleibt noch טריקיניס (S. 6) wofür in M. R. die richtige Leseart טריבונוס (tribunus). Der Sinn erfordert dieses Wort. Ein Troßknecht (גוליור Golearius) hat den Königs- Gerechte, der letzte Repräsentant der ecclesia magna, wird als Retter des jübischen Volkes zur Zeit der Griechen dargestellt: לא געלתיפיבימי יונים שד,עמדתי לדם שבועון ד,צדיק (Megilla 11 a). Unter dieser Rettung wird die Gunstbezeugung verstanden, welche Alexander der Große einem jüdischen Hohenpriester zugew endet, dm Iosephus zwar Iaddua nennt, der aber, wenn das Factum überhaupt fest stände, nur Simon der Gerechte gewesen sein kann. Nun wird aber -in Megillat Laanit das Zusammentreffen dieses Simon mit Alexander in den Monat Kislew angesetzt, aber in Talmud (Ioma 69 b) findet sich dafür die LesecirtM^ . Mög- Lich also, daß beide Lesearten falsch sind und dafür שבם gelesen werden mußte. Dann könnte die Hagada auf dieses Factum unter SchebaL angespielt haben.