Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Zur Kritik der Mischnot Edujot 1, 3. 4. 5. u. 6.
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 323 (sequence 4)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 323 diesem, Satze im Midrasch das Wortביחשלם ׳ und nicht wie es im talmnd, .Taxi. t)eifU;בירושלים befindet, welche erstere Schreibart 'in den j erusaleinitischen Schriften vorwaltet. Begegnen wir auch noch der etwaigen Meinung: es. sei dieser Satz ein ethisch-agadischer Zusatz des Midrasch., püt dem. Nachweis, daß sich derselbe mit einiger sprachlichen. Veränderung Ln der «^תרםפת befindet, und von Abraham ben David in seinem Commentar zur Mischnot 4ungezogen wird. Die Verschiedenheit zur Mischna 4 ist Ln. dem Midrasch geringer, charakterisirt aber dennoch des letzlern palästinensisches Idiom. Außer dem bemerkten ולמה steht hier .1את דברי שמאי נהלל 011(1׳ , למ, Tjiei* דברי ב ש ודברי ב״ה — eine Verschiedenheit die allerdings noch eine genauere Berücksichtigung verdient. — Dort ללמד. hier לנמר .. Von größerer Bedeutung hingegen, und zur richtigen Auffassung des Ganzen führend ist die Varietät des Midrasch zur Mischna 5 . des Talmuds, auf die wir kurz ausmerksam machen.wollen. Im talmudischeu Texte heißt es: שאם יראך, בר אה דברי. היחיד ויסמוך עליו;, im Midrasch: (2שמא יראה היחיד דברי בר סחס ויסמוך עליו im.talm>. Texte:.שאי! ב״ד יבול לבטל; Lm Midrasch:!שאי ב״ד סתם יכול לבטל; hingegen der tälmudische Nachsatz. .היה גדול מממ בחכמה אבל לא במנין fefjlt im Midrasch und der talm. Text übergeht den Schlußsatz des Midrasch הא למדת שצריך אדם לסמוך ובו׳ , wie er den Satz /למה הוזכר שס המקום יוכו in der Mischna 3 unbeachtet läßt. Endlich fehlt uns im Midrasch die Mischna 6 'א״ר יהודה ,ובו . Kommen wir nun zu dem Tendenzbegriffe, wie er sich aus dem, wie ans einem Misse hervorgegangenen Mischnoteomplex ^des. Midrasch ergibt, so läßt, sich derselbe in Folgendem resumiren: Der zweifellos traditionellen Halacha gegenüber (במ^ס שמועה) muß die Meinung des extensivsten und intensivsten (במגין ובחכמה) Gelehrten.v ereins, selbst אמת. העולם :בשוב״ה. jurit״iJ treten♦ Hingegen ist die Gültigkeit der Majorität ohne vorhandene Tradition der Art, daß sie nur dann von einer andern Autorität paralysirt werden'kann, wenn diese eine frühere Minorität zur Stütze hat. -— ׳Wenn wir es wagen dürsten, möchten wir noch etwas allgemeiner resumiren: Die - h alachische Fortentwickelung wird an erkannt, wenn sie d urch .eine Lüchtige AuL o ritätsin sl uen.z getrag enun d d ie Tradition zur Basis hat. Alles .dies geht klar und einfach aus 2) Der große Forscher Rapopo.rt wird vielleicht mit einiger Selbstbefriedigung hier zu bemerken finden, daß was derselbe mit so geistreicher Combination (Kerem Chemed 5 Bd. S. 195) voraussetzt: daß das im Talmud stehende wohl שמא heißen müsse, sich in Wirklichkeit Ln unserem Midraschtexte vorsindet. 24*