Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Polen
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 308 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829150-2829159-2852517--01150-2852555- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
308 Zur Geschichte der Judeu in Polen. seiner Regenten. Es legte auf die Wage der Themis ihre Leistungen und beobachtete gewissenhaft die überwiegende Schaale. Daher kommt es auch, daß Polen der einzige christliche Staat in Europa ist, der keinen kanonifirten, keinen für heilig gehaltenen König besitz II. Auch gab nicht Polen einem Könige der die Welt durch das Schwert zittern gemacht den Beinamen des Großen, sondern einem Manne welcher nie Eroberer gewesen, keine glänzenden Tugenden eines Kriegers gehabt, sondern gut, freigebig und ein Vaters dem Landvolke war. Dieser alle-seine Vorgänger und Nachfolger überragende Regent war Casimir III. Casimirs Streben war ausschließlich auf die Beglückung seiner Staaten gerichtet. Gleich August hatte er wenig Vorliebe für die Kriegführung aber das Talent eine Nation zu regieren. ' Durch weise Verträge sicherte er das Reich gegen innere und äußere Feinde und bald nahm es an Bewohnern,Ordnung und Reichthum zu. Die Verordnungen und Gesetze, welche Boleslaw 1264 für die Juden seines Staates erlassen hatte, waren in Vergessenheit gerathen. Die beständigen Fehden unter dm Regenten , die häufigen Einfälle der Tartaren zerrissen jedes BaNd der Gesetzlichkeit. Die Juden waren die Quellen, aus welchen der Hochmüthige verschwenderische Adel und das verwilderte Landvolk Mittel zur Befriedigung ihrer Gelüste schöpften. Casimir setzte diesen Mißbräuchen und Gewaltthaten gleich beim Antritte seiner Regierung einen Damm, indem er aufÄnrathen seiner Großen die von Boleslaw den Juden ertheilten Privilegien bestätigte und für den ganzen Umfang seines Reiches ausdehnte. Dies geschah am 9. Oktober 1334 *) im zweiten Jahre seiner Regierung. Viele Historikers meinen, daß Casimir dazu durch den UMgang mit einer Jüdin Esther veranlaßt wurde. Esthers Schönheit verdrängte die schlaue Rikiczana -um das Jahr 1356*) und 8) Lelewel- Gesch. 9) Mickewicz, Vorles. 1) Prilus. Vlug. LoiM« 2) Soz. B. sagt Cromer säe originc Polonorum 1554) j hujus Hester Opera gens judäica magnas praerogativas in Polonica a rege adepta esfc cum aovas (?) tum quas ipsis olim Boleslaus dux Calisienöis in sua ditione concuserat. . 3) Dlltgoö.. — Es fehlt nicht in neuer Zeit an Schriftstellern uüd leider an jüdischen, die es zum Glück und Ehre der Juden in Polen rechnen, aus