Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Polen
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 306 (sequence 3)
- Language
- German
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306 Zur Geschichte der Juden in Polen. -frei wenn er schwört, daß er das Pferd bei Tag übernommen, und als uicht gestohlen gehalten habe.") 34) Wir verbieten den Münzobern, einen Inden wegen falscher Münze, ohne Beisein einer von Uns, oder von unserm Palatin abgeordmten Gerichtsperson oder sonst eines ehrbaren Bürgers, in Verhaft zu nehmen.") 35) Wird ein Jude zur Nachtzeit mißhandelt und ruft um Hülfe, so sind die benachbarten Christen verpflichtet, bei Strafe von dreißig Gulden, ihm hülsreiche Hand zu leisten.') *36) Den Juden ist das Kausen und Verkaufen allerWaaren, und gleich den Christen das Berühren*) des Brodes und und anderer Produkte gestattet; der Hindernde wird durch eine Geldbuße an unser» Palatin bestraft.") Aus diesen sechsunddreißig Punkten bestand das Privilegium, welches Boleslaw Herzog von Kalisch seinen Juden ertheilte. Vergleicht man dieses Statut mit den, um diese Zeit in andern Staaten Europas erschienenen Gesetzen, so muß man dem polnischen seiner vollendeten Form wegen den Vorrang zu- 8) Volumus: nt judaei equos qualescunque generaliter omnes mani feste afcque in luce diuturna pro pignore recipiant. Si autem aliqnis equus apud judaeum furatus per Christianum aliquem inveniretur, judaeus se juramento proprio expurgabit dicens: quia eundem equum manifeste, et in die pro tanta quantam dedifc pecuniam in pignoratum habuit, etcredebat non furatum. 9) Inhibemus, ut monatarii in nostro domino consfcituti, judaeos cum falsis^danariis vel rebus aliis soli absqne nostro Nuntio vel nostri Palatino, seuabsque civibus honestis quoqtie modo detinere vel capere non praesumant, 1) Statiumus quod si Judaeus aliquis compulsus nimia necessitate noctis tempore clamaverit, et si vicini Ohristiani praestare non curaverint aiixilium opportunum nec venerint ad clamorem, quilibet vicinus pius Christianus trfginta solidos teneatur. 2) Lange Zeit glaubte man, daß die Juden durch das Berühren die Maaren bezauberten oder ansteckten; daher bestimmt 8tat. ^.ven.: Ltatuimus quod Judaei aut meretrices non audeant tangere manu panem vel fructus qui exponuntur venales, quodsi fecerint, 'tune einere illud quod tetigeriut tehentur. Czacki. 3) Statuimus efciam ut Judaei yendant omnia libere, et emant, panem tangant similiter ut Christi ani; prohibentes vero poenam nostro Palatino pro eo solvere tenebuntur. Hier folgt noch der Schluß : Und damit alles was vorausgeschickt ewig in Kraft bleibe, wird gegenwärtige Schrift mit eigenhändiger Unterschrift der Zeugen und mit unserm Siegel bestätiget