Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Briefe aus Brüssel
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 276 (sequence 7)
- Language
- German
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276 Briefe.aus Brüsiel. offieiants (חזן ושמש) erhält 1250 Fr., der SecreLär des Conflstoriüms 400 Fr. Gehalt und überdies 160 Fr. Bureaukosten; von den ministres officiants (חזנים) der Gemeinden Gent, Lüttich und Arlon erhält jeder 400 Fr., der Vorbeter zu Antwerpen 500 Fr.; die übrigen 600 Fr. sind zur Bestreitung unvorhergesehener Ausgaben bestimmt. Außerdem haben sowohl die Staatsals Stadtbehörden in' der" letzten Zeit mehrfach ziemlich bedeutende Summen zur Bestreitung außerordentlicher Ausgaben bewilligt. Es ist überdies zu bemerken, daß die Betheiligten sqmmtlich als Staatsbeamten betrachtet werden, ihren Gehalt von der Staatskasse unmittelbar ausbezahlt bekommen und auf Penfiongehalt und Witwengeld Anrecht haben. ' Die vom Staate ^geleisteten Beiträge stehen jedoch nicht in ganz genauem Verhältnisse zu der Anzahl der israelitischen Einwohner, je der verschiedenen Gemeinden. Dieses erhellet aus der folgenden statistischeu Angabe von 1849, in welcher bisher keine bedeutende Veränderung eingetreten ist; nämlich: Jüdische Einwohner. Schüleranzahl. Jmmatrieulirte, Dürftige Knaben Mädchen Brüssel 105 12 28 32 Antwerpen 52 23 23 17 Gent 22 5 3 2 Arlon 18 3 5 4 Lüttich 15 2 10 3 Namur 11 4?? Nach Mittheilungen aus zuverlässiger.Quelle hat die Schulfrequenz zu Brüssel, die sich überhaupt selten ein halbes Jahr hindurch gleich bleibt, während der letzten 5 bis 6 Monate so sehr abgenommen, daß von den oben angegebenen 28 Knaben zur Zeit (September 1852) nur noch 19 und von den 32 Mädchen nur 21 die Schule besuchen. Es mag dies hauptsächlich dem Umstande zuzuschreiben sein, daß über- Haupt in letzterer Zeit eine ziemlich beträchtliche Anzahl jüdischer Familien aus dem Mittelstände Brüssel verlassen hat. Um so anerkennenswerther ist der Vorsatz mehrerer einflußreichen Cosistorialmitglieder, es sich zur Ausgabe zu machen,, durch ihren Einfluß und persönliche Bemühungen die israelitischen Bewohner Brüssels zu veranlassen, ihre Kinder ohne Ausnahme die jüdische Elementarschule besuchen zu lassen. Wenn übrigens aus den vorhergehenden Angaben hervorgegangen daß die Nebengemeinden'mit der Haupt- oder Centralgemeinde in directer Verbindung stehen,' so muß 'dieses nur in finanzieller Hinsicht, mit Bezug auf den erwähnten Beitrag von Staatswegen verstanden werden und in so weit die bedeutenderen Gemeinden, nämlich Antwerpen und