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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 7 · p. 261

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 7
Article
Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung
Date
1853-01-01
Page
261 (sequence 13)
Language
German
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Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung. 261 gewisse Nebendinge, auf die man seither fast gar nicht gemerkt hatte, als da sind: Daten und Ortsnamen, Citate ans älteren Werken, Nennung von Schriftstellern und Gewährsmännern, eigenthümliche Ausdrücke und Sprachwendungen, Widersprüche in kleinen — scheinbar unbedeutenden Dingen, Erwähnung von Gegenständen an Stellen, wo es nicht hin zu gehören scheint, unter sich abweichende Mittheilungen ans früheren Autoren Lei späteren Schriftstellern und dergleichen blos dem geübten Kenneräuge bemerkbare Symptome. Aus diesen mit unglaublichem Scharfsinne und erstaunenswerther Beharrlichkeit gesammelten bunten Steinen und Sternchen setzte er jene kunstvolle Mosaik zusammen, die ihm als erstes Material diente, das mit Verfall drohende Gebäude der jüdischen Literatur aufs Neue aufzurichtcn. Die erste bedeutendere Arbeit, womit Znnz nun auftrat, und welche sorvohl in Bezug auf Form wie auf Ergebnisse die damalige jüngere Generation überraschte, war sein Leben Naschi's oder N. Salomon Jizchaki's aus Trohes. (Abgedruckt in der 1823 unter Z.'s Redaktion zu Berlin erschienenen ״Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthnms" und später von Simfon Bloch in Lemberg nebst Zusätzen, Berichtigungen und Emendationen ins Hebräische übertragen). — Raschi, den alten Lehrer und Gefährten der jüdischen Jugend, den man seit dem zartesten Kindesalter schon aus den Schulstuben her kannte, bald an seinen sagenhaften und phantasiercicheu Zusätzen zu den biblischen Erzählungen sich ergötzend, bald seinen faßlichen Erläuterungen mancher schwierigen, von dem Knaben nur halbvcrstanhcuen pcntateuchischcn Rechts - und Ritualvorschriften aufmcrksani zuhorchend; dessen Worte zuweilen den Ehrgeiz und die Wißbegier des jungen Gcmüths anstachelten, wenn bei einem oder dem andcrn biblischen Thema ans ausführlichere Belehrung hingewiesen ward, die man darüber im Talmud oder einem sonstigen der Jugend noch nicht zugänglichen Folianten (Midrasch) finde; der aber auch mitunter langweilte, wenn er sich in grammatikalische Digressionen einließ, dagegen wieder belustigte durch seine, vielen, voll den Lehrern meist nicht verstandenen und barok ausgesprochenen altfrauzösischm Worte und Phrasen (sogenannte נלע׳יז); diesen alten Freund, den die größere, zum Talmudleruen schon übergegangene Jugend in ihrer Harmlosigkeit verletzt glaubte, wenn sie sah, .wie die Glossatoren (Tosafistcn) über ihn herfielen und seine Commentationen, worin der Anfänger sich so schön zurechtgefunden hatte, nicht gelten lassen wollten, ja ihn dabei nicht

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