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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 7 · p. 259

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 7
Article
Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung
Date
1853-01-01
Page
259 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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259 Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung. Studiums?" — Solche und ähnliche Fragen drängten sich wohl Vielen nunmehr auf, die mit jenem Studium sich zu befassen den Beruf fühlten. Soll man allerdings die Neligionswissenschaft nur um ihrer selbst willen betreiben, soll man nicht äußere Beweggründe zur Richtschnur dabei nehmen oder um Anderer Meinung sich kümmern, so lehrt ja aber doch ein alter praktisch bewährter Spruch: ״) מתוך שלא לשמה בא לשמה durch das Studinm, geschieht es auch nicht um, seiner selbst willen, gelangt man doch zu einem Studium, das um seiner selbst willen ist"). Dergleichen Rücksichten auf die äußere Stimmung waren daher, nach Maßgabe des Cnlturzustandes, nicht unberechtigt zu nennen. Schon Maimonides warnte ja vor absurden und unwissenschaftlichen Deutungen,׳ um dadurch nicht Veranlassung zu geben, daß die Gelehrten anderer Nationen den Bibelvers (Deut. 4, 6.) ״nur ein weises und einsichtiges Volk ist diese große Nation" etwa in die Worte ״ein thörichtes und abgeschmacktes Volk u.s. w." travestircn (Mischna-Commcntar zu Sanhedrin, Abschn. Chelek). So viel war ihm an der äußeren Anerkennung eines wahrhaft wissenschaftlichen Princips im Judenthnme gelegen! — Darum erschien es vor Allem Bedürfniß, daß auch den Draußenstehenden ein sicherer Einblick in das dornenvolle Gewinde des rabbiuischen Schriftenwaldeö gegeben iverde, >venn die innerhalb desselben Stehenden darin festgehalten werden sollen. In Zeitschriften, als dem ״Neuen Sammler", der ״Sulamith" waren zwar (namentlich von PH. Hur Witz, I. Wolf in Dessau n. A.) bereits zerstrenete Aussätze erschienen, die dieses Ziel verfolgten; sie blieben aber thcils unbeachtet, thcils waren sie auch mehr apologetisch als scientifisch. — Zunz war der Mann, der dieser Aufgabe zuerst eigentlich mit Ernst und Nachdruck sich unterzog. In einem 1818 veröffentlichten (jetzt tvenig mehr vorkommenden) Schristchen, betitelt ״Etwas über die rab- Linische Literatur" machte er die größeren gelehrten Kreise auf den reichen Wisseuschatz aufmerksam, der in den ״literarischen Producten" des jüdischen Volks enthalten ist; zugleich die Unkenntniß, Oberflächlichkeit und Intoleranz beklagend, womit christliche Schriftsteller jene Literatiir besonders seit dem letzten Jahrhundert behandelt haben. Mit wenigen aber kräftigen Zügen deutet er die Materien an, deren Untersuchung und Durch- Musterung in den rabbiuischen Schriften auch über andere gelehrte Disciplinen bedeutendes Licht zu verbreiten im Stande sein würde, deren Kenntnißnahme -daher für die Wissenschaft im

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