Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 258 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829150-2829158-2852451--01084-2852478- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
258 Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung. nach-Italien, Spanien und Frankreich war Einsicht zu nehmen. Die Resultate jener Forschungen, soweit ein erstes Vordringen auf dieser Bahn es ermöglichte, legte Napoport in einer Reihe ״biographischer Gemälde der vorzüglichsten schriftstellerischen Heroen aus der benannten Periode" (als R. Elkeser Hakalir, der erste berühmte Nktiiliendichter; Saadias Gaon aus Fajnm, der erste rabbinische Religionsphilosoph aus der arabischen Schule; Haj Gaon zu Pumpeditha, der letzte der sogenannten Geonim; R. Nathan zu Rom, der Lexikograph; N. Chananel und N. Nissim ben Jacob zu Kakrwan in Nordafrika) in zierlichem Hebräisch mit entsprechenden gelehrten Anmerkungen den Kennern vor. Ehe ich jedoch über die geistvollen schriftstellerischen Arbeiten Rapoports und die Erfolge seiner Forschungen weiter berichte,— ehe ich zu den Leistungen der sogenannten hebräisch-historischkritischen Schule, woran nächst RapoPort, Männer wie N. Krochmal, Reggio, S. D. Luzzatto und Andere in Gallizien und dem Oestreich. Italien sich betheiligten (in den Jahrbüchern Bikkure Ha'ütim und Kerem Chemed besonders repräsentirt), übergehe, folgen Sie mir, mein Freund, nach einer anderen Gegend hin, wo schon einige Jahre früher ein Heller Lichtstrahl über die rabbinische Literatur emporzubrechen begann. Sollte das rabbinische Studium durch Geltendmachung seiner wissenschaftlichen Bedeutung bei den eigenen Glaubensgenossen angeregt werden, so genügte hierzu nicht eine bloße Klarmachung und Belebung nach innen hin. Kern, Inhalt und Umfang deS rabbinischen Schriftenthums mußte vielmehr auch nach außen hin lichtvoll dargestellt und dessen vollgültiges Recht auf allgemeine Anerkennung vindicirt werden. Lag es von jeher im Charakter des israelitischen Volkes, auf fremdes Urtheil viel zu bauen, den Sitten und Meinungen der es umgebenden Nationen sich gern anzuschmiegen: wie mußte dies unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht um so mehr der Fall sein, wo der Jugendunterricht bereits eine neue Gestaltung gewonnen hatte, wo man in die neueuropäische Bildung schon ziemlich weit vorgeschritten, in das Bürgerleben eingetreten war oder darin cinzutreten sich bestrebte, wo die allgemeinen wissenschaftlichen Anstalten und Akademien auch von jüdischen Jünglingen häufig besucht wurden! — ״ Was denken die 'christlichen Gelehrten von der jüdischen Literatur,? Welche Aufmerksamkeit zollen sie unserm Wissen? Welchen Begriff haben sie, von dem jetzigen wissenschaftlichen Standpunkte aus, vom Werthe und Nutzen des rabbinischen