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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 7 · p. 253

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 7
Article
Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung
Date
1853-01-01
Page
253 (sequence 5)
Language
German
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Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung. 253 Dinge und Vorfälle aus dem socialen Leben ihrer Mitbürger wurden häufig als Gleichnisse angcivendet, um die wichtigsten religiösen und moralischen Wahrheiten dem gewöhnlichen Akenschenverstande auf faßliche und angenehme Weise beizubringen. Diese Gegenstände konnten aber füglich nicht anders als mit Beibehaltung, ihrer ursprünglichen, zum Theil unübersetzbaren 'Bezeichnungen treffend ausgedrückt werden. Die palästinensischen Midraschim bieten daher besonders eine reiche Fülle von Gräcismen und Latinismen dar, wie dies im babylonischen Talmud hinsichtlich der dortigen Landessprachen nicht in so hohem Maaße der Fall ist. Was nun zur Zeit als jene Schriften abgefaßt und gesammelt wurden ihre Popularität gefördert hatte, nämlich deren größere Verständlichkeit für alle Volksschichten, das hinderte später geradehin ihre allgenlcine Anwendbarkeit. — Die Völker, in deren Bereich Israel früher lebte, waren von der Weltbnhne abgetreten; neue Sprachen und Dialekte bildeten sich, Sitten und Bräuche hatten seit Einwanderung der nordischen Völker- Massen u'n das römische Reich und dem Sturze des Heidenthums eine andere Gestalt gewonnen. Auch im Osten bereitete sich eine Sprach- und Sittenveränderung vor, die endlich durch AnSbrcitnug des Islam zur Vollendung gedieh. — Ein großer Theil der aus den älteren Sprachen entnommenen Worte und Sätze, der aus den früheren Zuständen entlehnten Bilder, Gleichniste und Schilderungen ward nun nicht mehr richtig verstanden und aufgefaßt; der Zusammenhang rnancher Stellen blieb dunkel. Die Gelehrteren behalfen,sich lange Zeit mit den mündlich tradirten Erklärungen vieler ihnen nicht mehr bekannten Ausdrücke; für das Volk und die jüngeren Studirendcn bearbeitete man Compilationen und Auszüge, thcils tu hebräisch - aramäischer, Heils in arabischer Sprache, worin das Nicht- oder Mißverstandene wegblieb oder umschrieben wurde, bis endlich die Verdollmetschung jener alten, dem Leben entschwundenen Worte und Benennungen einen besonderen Literaturzweig, die talmudisch-rabbinische Lexikographie, begründete. — Der erste Versuch Hierin, insbesondere zur Erklärung der im Talmud vorkommenden altpersisch-arabischen Worte, machte —־ soweit uns bekannt — der auch wegen seiner allgemciilcu Humaiiität achtungswerthe R. Zemach ben Paltoi G aou ums Jahr 872 der chr. Zeitr. zu Pumpcditha östlich vom Euphrat lebend, von dessen Werke jedoch nur wenige Fragmente auf uüs gekommen

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