Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Genealogisches und Chronologisches bezüglich der Patriarchen aus dem Hillel'schen Hause bis auf Rabbi Jehuda ha-Nasi, Redacteur der Mischna
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 233 (sequence 3)
- Language
- German
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233 Wissenschaftliche Aufsätze. — wenn anders ihre Abkunft nicht genau bekannt war — als von David abstammend zu erklären. Erst solcher שקול הדעת führte dann zur Abfassung von Genealogien. Kein Wunder denn, daß zuweilen von einer und derselben Person verschiedene Genealogien existirten, die zu einander in unauflösbarem Widerspruch standen^). Die Abfasser derselben, aus keiner geschichtlichen Quelle fußend und von einander unabhängig, verfolgten Jeder die eigne Straße des Gutdünkens und Dafürhaltens, der Hypothese und Combination, so daß es hätte mit Wunderdingen zugehen müssen, wenn zwei mit einander vollkommen harmoniren sollten. In Betracht Dessen werden wir auf das von R. Lewi mitgetheilte genealogische Fragment kein allzugroßes historisches Gewicht legen dürfen. Doch, wie bereits bemerkt, mittelbar könnte es zu manchem anderweitigen wissenschaftlichen Resultat führen. Der Erste aus dem Hillelsschen Hause, der seiner Davidsscheu Abkunst ausdrücklich erwähnt, ist N. Jehuda Ha-Nasi (Jerusch. Kil. 9; Nabb. Genes. 33); zwar spricht er nur von seiner Abstammung von ׳Jehuda, allein David ist offenbar gemeint * 1 2). Dafür spricht schon der Umstand, daß ein Zeitgenosse und Schüler Rabbi's von dessen Davidsscher Abkunft als einer unbestreitbaren Thatsache spracht). Auffallend aber ist, daß Rabbi seine Davidssche Abkunft nur in Weiblicher Linie herleitet3), während es in N. Lewi's מגילת יוחסין einfach hieß: 4הלל מרור). Und doch klingt Rabbis Aeußerung: אנא מן נוק^תא ziehung hingewirsen, selbst wenn sie keine נשיאים waren» So meint die Umgebung des רבי שילא , der Messias heiße .שילד z die Umgebung des רבי ינאי hingegen ist der Ansicht, er heiße ינון; die Umgebung des רבי הנינה hinwiederum behauptet, der Name des Messias laute חגיגה (Synhedr. 1. c.). Wer erkennt in diesen Behauptungen nicht aus den ersten Blick Hindeutungen auf die Namen der betreffenden Schuloberhäupter? — In Erwägung dieses Alles kann die Auffassung des fraglichen נמנל ואמדו nicht schwierig sein. 9) Conf. Matth. 1, 1 sqq. et Luk. 3, 23 sqq. —' Nicht ohne Rücksicht auf diesen eklatanten Widerspruch dürfte Epist. Paul, ad Timoth. I. i, 4 vor den ysvscdoyicag dn^gavvoig ernstlich gewarnt werden. 1) Conf. Rabb. Num. 14 r יהודה מחוקקי , זה דוד שבא. מיהודה; ferner יהודה מחוקקי , זה הגואל הגדול שהוא מבני בניו של דוד . 2) Sabb. 65 a: אמר רב רבי דאתי מדוד מהפך בזכותיה . 3) אנא מן נוקבתא — j. Kik. 10c. cit.; Rabb. Genes. L3. 4) Ein grellerer Widerspruch ist die Mittheilung Ketub. 62 b: רבי אתי משפטי׳ בן אביטל , ורבי חייא אתי משמעי אחי דוד , während es ja in jener מ' יוחסין ausdrücklich hieß: י.רבי חייא רבה מבני שפטי' בן אביטל — Aber eben der Umstand, daß auch רבי חייא in der betreffenden מ״י vorkommt, ist hinreichend, über deren Abfassungszeit zu belehren. Andererseits kann in Fragen, wie die in Rede stehende, der בבלי dem Jeruschalmi gegenüber nicht in Betracht kommen.