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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 5 · p. 193

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 5
Article
Die talmudische Topographie
Date
1853-01-01
Page
193 (sequence 4)
Language
German
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193 Wissenschaftliche Aufsätze. ׳ t>) Baby lou.i'sch e Ortsnamen im Talmud. Babylonien oder Chaldäa, im en gern Sinne, war eine jüdische Colonie geworden und es ersetzte den Ausgewanderten den untergegangenen Mutterstaat. Ganze Strecken waren von Judew bevölkert, feste Städte und Burgen (א^מא) von Juden vertheidigt. Das ehemalige Weltreich Babylonien, das die jüdische Bevölkerung als Gefangene und Ueberwundene ausgenommen hatte, wurde ein jüdischer Vasallenstaat unter den Exilsfürsten. Die Gegenden und Ortschaften Babyloniens haben daher für die jüdische Geschichte gleiche Wichtigkeit, wie die palästinenfifchen. Hr. Rapaport hat zu allererst die Aufmerksamkeit der Forscher auf diesen Punkt gelenkt und leitende Richtpunkte gezeichnet. Die Quellen für diesen Theil der jüdischen Geographie sind höchst dürftig; denn-wenn auch Herodot, Strabo, Ptolemäus, Abulfeda sich mit Babylonien beschäftigt haben, so reichen ihre Angaben nicht für den geographischen Reichthum der talmudischen Zeit aus. Ammianus Mareellinus, Zostmus und einige Andeutungen in der syrischen Literatur sind die einzigen Führer. Die Gelehrten-Geographen, die ohne Anschauung lediglich aus Notizen Lage und Entfernung der babylonischen Oertlichkeit zusammengestellt haben , sind beinahe alle unzuverlässig. Hr. R. hat, von seiner innigsten Vertrautheit mit den talmudischen Quellen unterstützt, über viele Punkte Aufschluß gegeben; nur das Eine stört den angenehmen Eindruckdaß. er sich zuweilen von best Nebenquellen, wie z. B. Bischofs Geographisches Lexikon, allzusehr leitemließ, ohne Ritters geniale Entdeckungen zu benutzen. Von den 18 babylonischen geographischen Artikeln sind manche wahre Meisterstücke, wie ארדשיר , אקטיספוך, איהי רקירא , dsie von Fachgeographen ohne Zweifel mit Anerkennung werden ausgenommen werden- אוניא ober אוונא ♦ Diesen Ort setzt Rab als den Nordpunkt am Oberlauf des Tigris, wodurch Babylonien im weitern Sinne begrenzt wird. Diese Begrenzung betraf ein sehr wichtiges religiöses und geseüschastliches Interesse, nämlich den uralten babylonischen Geschlechtsadel (מחסין), auf dessen Reinheit sehr viel gegeben wurde. Hr. R. identificirt א1ניא mit dem Wan-See in Südarmenien. Indessen ist dieses nicht sehr wahrscheinlich, sonst würde die Bezeichnung ים oder נהר nicht dabei fehlen, wie נהר מאני. Eins von beiden scheint der Fluß Okna zu sein/ den Ammianus nennt und der Ln den Tigris mündete. Ueberhaupt scheint Hr. R. die Nordgrenze des jüdischen Babyloniens zu sehr ausgedehnt zu haben, bis nach Armenien oder gar bis zum Kaspi-See, wie er in נ״ח Y. 211. יזק נחר עזק als Gonzaka gar in Nordmedien setzt. Man vergegenwärtige sich nur die Differenz: im Norden des Euphrat soll die Grenze nur bis Hit (איר,י דקידא) gehen, Frankel, Monatsschrift II. 15

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