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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 5 · p. 187

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 5
Article
Briefe aus Prag
Date
1853-01-01
Page
187 (sequence 8)
Language
German
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Briese aus Prag. 187 seine Vorschläge an die Repräsentanz . zu bringen, so fehlt doch in ihrer Mitte das religiöse Element und ist sie blos eine weltliche Behörde. Entspricht dieses dem Begriffe eines Vorstandes einer Religionsgesellfchaft? Und fließt nicht ferner von selbst die Subordinirung des Rabbin^rs hieraus und wird er nicht hierdurch in seiner ThätigkeiL gehemmt sein? Man wende nicht ein, Paß die zu einem fast unübersehbaren Berge ausgethürmten materiellen Fragen noch nicht die Berücksichtigung der religiösen Interessen aufkommen ließen. Diese mußten an sich in der Vorderreihe stehen, den'Ausgangs- und Endpunkt bilden, wenigstens mußte der Umriß so gezeichnet werden, daß auch sie ihre Stelle, sie eine Tribüne finden, von wo aus sie laut sprechen, einen Tribun, der für sie seine gewichtige und gültige Stimme erhebt. Bei der Zusammensetzung der gegenwärtigen Repräsentanz wurde dieses ganz vergessen, und es befällt jeden Wohlwollenden ein ängstliches Bangen, daß dieses Muster endgültig und die schönen Hoffnungen, die, sich an die Neugestaltung des Vorstandes knüpften, auf eine das religiöse Wohl gesährdende Weise getäuscht sein werden! Und wahrlich, diese Hoffnungen wogen eine ganze Welt auf. Das alte Joch, gebrochen , treffliche, für das Beste der Gemeinde begeisterte Männer an deren Spitze berufen: wie berechtigte da nicht Alles zu der Erwartung., daß in deren Mitte die Religionihre. eigentlichste Vertretung finden, sieselbst in der vereinigten^ Vertretung des Geistigen und Materiellen die Lösung ihrer Aufgabe erblicken werden! Doch es wäre ungerecht, der schönen Hoffnungen abzusagen. Es ist leicht, einen Plan, einen Riß. zu zeichnen; der im Ausbessern eines einstürzenden Hauses Begriffene muß vorerst die Stützen suchen, die den gänzlichen Einsturz aushalten, und da wird in der drängenden unaufschiebbaren Arbeit Manches versehen. Ist es billig deshalb׳ rechten? Laßt nur erst das Gebäude wieder seinen Schwerpunkt finden , laßt nur die dringende Gefahr entfernt sein, und der forschende Blich richtet sich auf die noch etwaigen Lücken und das - Gebälks wird zu einem Ganzen.-,zusarnmengesügt und eine stattliche Wohnung erhebt sich innerhalb der langgestreckten Mauern. Die Repräsentanz hätte sich wohl von vornherein mit Aufnahme des oben Lezeichneten rellgiösen Elements, des Rabbiners״ constituiren wögen; doch was im ersten Andränge nicht berücksichtigt wurde, worüber man vielleicht damals noch gar nicht zum Bewußtsein gekommen war, wird zur Erkenntniß kommen und der reine, nicht sich, nicht die Stellung, sondern nur das Höhere berücksichtigende Wille der Mitglieder der Repräsentanz wird diese Erkenntniß benützen. Ein Blick aus unsere Kultus - und Schulzustände wird übrigens׳ zur Genüge die Dringlichkeit zeigen, daß die Repräsentanz im Verein׳

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