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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 5 · p. 183

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 5
Article
Briefe aus Prag
Date
1853-01-01
Page
183 (sequence 4)
Language
German
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Briefe aus Prag. 183 zeigt nun zwar wieder manche Lichtpunkte, es bricht mancher Strahl durch den düstem,umwölkten Horizont; dieser Strahl ist jedoch nur ein Beginn, eine austauchende Hoffnung :, es muß nun mit allen Kräften und nach allen.Richtungen gestrebt werden, daß die Hoffnung zur Wirtlichkeit werde. Prag führte durch viele Jahre nur ein Scheinleben; das geübtere Auge nahm allenthalben, in Synagoge, Schule, wissenschaftlicher Belehrung und Gemeindeleitung, Symptome des inner» Verfalls wahr. Nur das alte Herkommen, eine Pietät gegen manche Personen hielt noch zusammen, das innere lebendige Interesse, war erloscheneine ertodtende Gleichgültigkeit hatte sich fast über, alle Schichten der Gemeinde gelagert, die. nur durch einen neugierigen Blick auf die zwischen den Vertretern der-Religion und die zwischen diesen und den Vertretern der. Gemeinde herrschenden Reibungen auf kurze Zeit unterbrochen wurde. Erlassen Sie mir die Schilderung dieser Zustände! Es müßten die Schatten heraufbeschworen und manche Personen namentlich angeklagt werden. Meine Berichterstattung, die aus dem Innersten des Herzens gegriffen ist., verfolgt ein ganz anderes Ziel als Anklagen Lebender oder Verstorbener; und bringt sie trübe Schilderungen aus der Vergangenheit, so will, sie in ihnen nur der Gegenwart zeigen, was sie zu verbessern und zu berichtigen habe. Lassen Sie uns daher uns zu einer Lichtseite wenden: zu dem Umschwung, den unsere Gemeindevertretung in neuester Zeit genommen hat. Wird er nach seinem ganzen Umfange begriffen werden, dann werden sich an ihn die wohlthätigsten Folgen knüpfen, wird aus seinem Schooße eine Regeneration unserer Verhältnisse hervorgehen. Die Gemeinde bildete bis zum Jahre 18S0 durch ihre Sonder-, stellung eine politische Körperschaft. An ihrer Spitze befand sich ein Vorstand, von drei Vorstehern. Es Mg wie es ging; um das ״wie es gehen soll" kümmertesich Niemand: die Gemeinde nahm, man könnte sagen, an sich selbst keinen Antheil. Da schlug nun endlich die Stunde, wo mit dem Namen ״Judenstadt" auch die besondere Stellung der Juden, anfhörte: sie wurden nun bürgerliche Bewohner Prags und waren nicht mehr Ansässige eines getrennten Stadtviertels *). Hierdurch wurde natürlich Stellung und Ausgabe des Vorstandes ganz verändert: *)• In dem ersten Briefe aus Prag (1. Heft S. 24) heißt es irrthümlich, daß die Juden ihre Wohnungen in der Ehristenstadt verlassen und sie wieder nach der Josephstadt verlegen mußte!,. Die Juden können allenthalben wohnen; nur hinsichtlich ihrer GeschäftSlocale wurde die frühere. Beschränkung hervovgesucht. Der Correfpondent.

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