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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 5 · p. 171

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 5
Article
Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
Date
1853-01-01
Page
171 (sequence 11)
Language
German
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w Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinein TM* halt überfallen, nach großem Verlust an Mannschaft und Gut durch die Flucht sich nach Jerusalem rettete, und dort den Frieden mit seinem Volke erstrebend fragte, was er zu dessen Versöhnung thnn sollte, er die Antwort erhielt, er möchte sich selbst tobten! Zu jener traurigen Zeit stand Simon ben Schetach als Präsident au der Spitze des Synhedriums, ein Mann von Entschiedenheit und Energie, unerschrocken und unbeugsam den Weg der Gerechtigkeit behauptend; ihm zur Seite der sanfte, nachgiebige Jehuda ben Tabbai als Ab-bet-din. Ohne dem Volke in seiner Aufregung Vorschub zu leisten ließ sich Simon doch in seinen Grundsätzen nicht beirren, und leitete die Syn- Hedrial-Angelegenheiten, wie aus einigen Referaten im Talmud hervorgeht, (jerus. Tatm. Naflr 54b. Bereschit Rabbah 91.) in gewohnter Ordnung; ja er scheint sogar bei Jannai, wohl durch seine Schwester, die Königin, in besonderem Vertrauen gestanden zu haben. Nachdem jedoch die Feinde Jannai's den Antiochus Eukaerus, König von Syrien, gegen ihn ins Land gerufen hatten und Jannai nach einer Niederlage mit schrecklichem Verluste endlich durch sechstausend Krieger, die zu ihm stießen, Antiochus aus dem Lande getrieben und die feindlichen Juden in Bethome belagert und in seine Gewalt bekommen hatte, erreichte seine Wuth einen solchen Höhegrad, daß er jene berüchtigte That beging, die ihm den brandmarkenden Namen Doker, Mörder, in der jüdischen Geschichte zuzog. Er ließ nämlich, während er seinen Kebsweibern ein Fest gab, an achthundert Peruschim ans Kreuz schlagen und während sie noch lebten ihre Frauen und Kinder vor ihren Augen hinschlachtcn. Nun erst erging von dem Wuth- und Rache schnaubenden Sieger die schrecklichste Verfolgung gegen die Peruschim, deren hervorragende Glieder er mit dem Tode bedrohete (Talm. babli Kidduschin 66 mit einiger Beimischung ans der Erzählung über Johann Hyrcan). Simon ben Schetach als Nafl konnte nur durch die Flucht sein Leben retten. 9 10) Jehuda ben Tabbai blieb jedoch bei dem haüptlosen Synhedrium zurück. Als sich aber das Synhedrium später wieder zu reconstitniren gedachte und man ihn als Nasi an die gefährliche Spitze stellen wollte, fürchtete auch er für sein Leben und entfloh nach Alexandrien. 1<J) Mit seiner Entfernung verlor das Synhedrium alle Kraft, und Jannai setzte an dessen 9) Midrasch Rabba l. l. Berachot 48, l. 10) Lalm. jerus. Chagiga 41. roll. 4. u. Synhedr. 23, 3.;

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