Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 166 (sequence 6)
- Language
- German
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Bilder aus dem Leben und Wirken der Nabbineu. Len Einfluß des Griechmthnms. Einestheils suchten sie Lurch übertrieben strenge Beobachtung und Ausdehnung der Gesetze über die levitische Reinheit dem Umgänge mit Heiden und abtrünnigen Inden eine mächtige Schranke zu setzen, wie sie Lurch sehr strenge puritanische Feier des Sabbats, dieses Bundeszeichens Israels und Repräsentanten seines obersten Glaubenssatzes an den einig-einzigen Schöpfer der Welt, ein Bollwerk gegen den Abfall aufstellten, und nicht mit Unrecht kann man wohl ihrem Einflüsse es zuschreiben, daß zu den Versolgungszeiten des An» tiochus Epiphanes sich Juden zu Tausenden am Sabbat in der Höhle verbrennen ließen, ohne auch nur an eine Rettung, ich will nicht sagen an Gegenwehr zu denken. Andererseits fanden sie aber wiederum Gefallen an der griechischen speculatsveil Philosophie über metaphysische Gegenstände, verpflanzten diese mit einem Gemisch von Schwärmerei und Mysticismus auf jüdischen Bodey und sahen sie als die Spitze jüdischer Religionswissenschaft an. Aus ihnen ging die Sccte der Essäer oder Essener (von צנועים) hervor. Ihr Charakteristikum ist beschauliches Leben und metaphysische Spcculation. Sie waren weit strenger in Ausübung der Gesetze als die Peruschim, mit denen sie übrigens auf einem Boden standen; besonders aber strebten sie nach Reinheit der Sitten; ihr Wort galt ihnen ins Eidesstatt, den sie aus Ehrfurcht vermieden. Sie führten ein von Andern gesondertes, unter einander geselliges, mäßiges und arbeitsames Leben, haßten den LuMs und waren so fern von Habsucht und Eigennutz, daß sie Gütergemeinschaft hatten. Allein so löblich ihre Grundsätze waren, so mußten doch ihre äußere Absonderung von allen Anderen, ihr Hang zur Erforschung des Verborgenen, ihre Vorliebe für die Engellehre, für Kosmogonie (מעשה בראשית) und Theosophie (מעשה מרכבה) sie zu einer gewissen Ueberschätzung ihrer selbst, und die minder edlen Geister zum Streben nach Wunderthäterei (קבלה מעשיה) und nach dem Rufe von Wahr- ׳sagern und Wundermännern (מעשה verleiten, und auf das leichtgläubige und zum Wunderbaren geneigte Volk gefährlich wirken.^)!. Dies nun und ihre Vorliebe zu allegorischer und symbo« 3) Ausführliche Belehrung über die Essaer gibt die Skizze des Herrn Herausgebers über die EMer, Zeitschrift für die religiösen Interessen des Ludenthums A. Jahrg. 1846 und die Fortsetzung derselben im 2. Jahrg. dieser Zeitschrift/ «