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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 5 · p. 165

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 5
Article
Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
Date
1853-01-01
Page
165 (sequence 5)
Language
German
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Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen. unberührt bleiben. Die Reicheren, nach weltlicher Ehre und Genuß Strebenden fühlten sich zu griechischer Sitte und Lebensweise hingezogcn und behielten nur der Form wegen das Miuimum, den Buchstaben der Schrift bei, während sie den jüdischen Geist von sich wiesen, und sich viel wußten, mit dem Namen Hellenisten belegt zu werden. Man kannte diese minder als Religionssecte, denn als verrätherische Griechen-Juden, die dem Feinde der jüdischen Selbstständigkeit in die Hände arbeiteten, und deren Priester selbst den Opserdienst verließen, um an den verpönten gymnastischen UeLungen der Griechen Theil zu nehmen. Nachdem sich nun jener verrätherische Sinn an den Heldenmüthigen Kämpfen der Makkabbäer gebrochen hatte, bildete sich aus ihnen die Religionssecte der Sadducäer, die jedoch ziemliche Spuren ihres Ursprungs an sich trug. Ihr unterscheidendes Merkmal war Leugnung der Tradition und Festhalten an dem Buchstaben der Schrift. Daraus folgte Zurückweisung alles dessen, was nicht mit dürrenWorten in den mosaischen Büchern sich vorsindet;-daher große Verschiedenheit von den Peruschim in den wesentlichsten Religionsübungen und im Tempelcultus, so daß letzterer -am Versöhnungstage nach sadducäischer Weise geübt, von den Peruschim als nichtig erklärt wurde. Sie lcugneten desgleichen, als in den mosaischen Büchern nicht ausdrücklich enthalten, die Lehre von der Unsterblichkeit und der jenseitigen Vergeltung; und weil sie sich daher anmaßten, die Gerechtigkeit, welche jenseits keine Ergänzung finde, aust Erden gleichsam als Stellvertreter Gottes in ihrem ganzen Umfange zu erschöpfen, theils auch in Folge der starren, buchstäblichen Auffassung der mosaischen Rechtslehre, ohne ihren milden Geist im Allgemeinen zu Rathe zu ziehen: so übten sie eine Härte der Justiz, die an Grausamkeit und Ungerechtigkeit grenzte, während die Peruschim vom Geiste der Milde beseelt und bescheidene Zweifel gegen die menschliche Beurtheilung hegend, gern schonten und vor und Lei der Exemtion eines Todesurtheils alle möglichen Vorkehrungen trafen, dem Verurtheilten vielleicht noch Fürsprache und Rettung zu verschaffen. (8)mbeär. babli 42,2 jerus, edit. Krakau 28. coli. 8). Es ist nun natürlich, daß die sadducäische oft in Willkür ausartendende Strenge dem Absolutismus sehr willkommen, die Milde der Peruschim dagegen ihm ein Dorn im Auge war. Ein anderer Theil der Juden, zu edel und charakterfest, um sich vom Hellenismus verblenden zu lassen und dem Geiste der Väter abtrünnigen werden, blieb doch nicht gleichgültig gegen

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