Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 3)
- Language
- German
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154 Reeensionen und Anzeigen. ׳sich nicht ganz so gleichlautend im Midrasch Schochertob zu Sprüchw.9. (noch veränderter״ ün JalknL II. 944), wo übrigens in der Hauptsache dasselbe erzählt wird. — Herr I. hat am Schlüsse noch Manches aus anderen Quellen über die 10 Märtyrer hinzugefügt, wahrscheinlich nach dem talmudischen Ausspruche.חנא ושייר , denn die Mittheilungen aus den älteren Quellen fehlen.Vermuthlich beabsichtigte Hr. I. nur ׳ Exeerpte aus solchen Schriften-zu geben, die weniger verbreitet sind., da hätte jedoch die Stelle aus Ssemachot Wegbleiben :können. Interessant ist dagegen der Auszug aus ס' היכלות (kann auch heißen ^כריית מפרקי ®רבבהimbmit den פרקי היכלות nicht verwechselt werden); der Name, den der Herausgeber S. 22 \8. 1 v. o. mit einem Fragezeichen begleitet, Heißt in^ der mir vorliegenden Ausgabe Wilna 1802 ״ Jochanan ben Dehabai^. — Eine Zusammenstellung aller über die 40 Märtyrer bestehenden Sagen, Mittheilungen und Poesieen nebst historisch-kritischer Beurtheilung, wäre allerdings eine interessante Gabe; vielleicht ist so etwas in Z u n Werke ״über die Selichot" zu erwarten. — 2) Es gab eine Zeit, wo das Wort Gottes selten war in Israel! — Eine solche trübe Zeit begann auch in Spanien mit dem vierzehnten und besonders dem fünfzehnten Jahrhundert, nachdem die großen Lichter, welche das ,jüdischarabische Mittelalter hatte glanzen sehen, .- allwälig verloschen waren, mönchischer Verfolgungsgeist jede: selbstständige Forschung untergrub undendlich mit gänzlicher Austreibung der Juden und Mauren aus der pyrenäischen Halbinsel endete. .Gelangten früher christliche Denker nur durch Vermittelung der von׳ Juden verfaßten oder übersetzten p.hilosophrschen und naturhistorischen Schriften zu dem Borne der Wissenschaft, ja schöpfte sogar die orthodox-christliche Scholastik die Hauptgrundsätze ihres Systems aus dem Werke einest jüdischen Autors, des Gebirol-Avicebron, so gab sich hingegen nun schon der Gegensatz kund: jüdische Gelehrtenahmen ihre Beweise für gewisse phil-sophische Grundwahrheiten aus den Werken katholisch-christlicher Dogmatiker, exeerpirten oder übersetzten^ sogar? deren Schriften,; obgleich die Hauptargümente der Letzteren auf Prämissen-beruheten, womit jene christlichen Autoren hauptsächlich erst durch jüdische Schriftsteller bekannt gemacht worden waren. Ueber solche dunkle Partieen der, Literaturgeschichte möchte es allerdings gerathener sein mit Stillschweigen wegzugehen, zumal die Lösung, derjenigen philosophischen Probleme, womit man sich damals abmühete und weshalb man f0M lateinische Abhandlungen itft; Hebräische übersetzte, jetzt zu einer ganz andern Städte der Ent- Wickelung gediehen,ist. Doch hat die Sache auch noch eine andere Seite : aus solchen Arbeiten ergibt sich , wie die jüdischen Gelehrtem in der Wissenschaft immer? dem Geists der Universalität huldigten und selbst