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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 4 · p. Seite 153

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1853-01-01
Page
Seite 153 (sequence 2)
Language
German
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Aeeenfionen und Anzeigen. : So finden wir den fleißigen Editor, der uns unlängst erst in dem geheimnißvollen Gebiete der Kabbala begegnete, hier in drei ganz verschiedenen Regionen wieder!— Zuerst bietet er uns ein bisher noch unedirtes kleines Erzeugniß dev Midrasch-Literatur, führt uns dann in die ltebersetzungs-Werkstätte der jüdisch-spanischen Philosophen und fesselt uns sodann länger bei einer dogmatisch-apologetischen Abhandlung des großen Mose ben Nachman (vul^o Ramban), die — zwar schon gedruckt — doch wenig verbreitet war. Sehen wir das Einzelne jetzt näher an. - 1) Die bekannte Sage von den 10 Märtyrern unter Hadrian, die besonders durch die ergreifende Schilderung in der Selicha zum Versöhnungstage ״Eie eskerä“ (im süddeutschen Ritus mit den Worten םיר,ר ר^ י^ם-(אל beginnend) in das jüdische Volksleben überging, wurde auch noch in einem besondern kleinen'Midrasch dargestellt, den Zunz (gottesd.. Vorträge S. 142) als in mehreren Bibliotheken - handschriftlich sich befindend erwähnt. Diesen Midrasch hat jetzt Hr. I. nach einer Handschrift der Hamburger Stadtbibliothek zum Drucke ״befördert, lieber das Ereigniß selbst und die Personen der Märtyrer (vgl. manche mitunter geistreiche Conjeeturen darüber im vor. Jahrg. d. Monatsschrist S. 307 ff. und 655 ff.) verbreitet der vorliegende kleine Midrasch allerdings kein neues Licht; er gehört zu den späteren hagadischen Bearbeitungen, wie die gröberen Anthropomorphismen, die ausführkicheren Engel--Dialoge und'so manche Styl-Eigenthümlichkeiten be- . weisen. Die eingangsgedachte Selicha scheint der Verfasser schon vor . Augen gehabt, zu haben und hat manche musivische Ausdrücke aus ihr . entlehnt. Das römische Reich läßt׳ er von einem arab isch en König besetzt sein; einer der Märtyrer wird nach ihm am Tage vondem Schebuotseste hingerichtet, wovon die früheren Quellen nichts wissen und das aus Reminiscenzen aus den Kreuzzügen hindeutet. Auch sind die Namen der-Märtyrer identisch mit den in der gedachten Selicha; nur wird ״Ri Jsmael der hohe Priester" zu einem Sohne des ״R.Jofe" gemacht, welches wohl ein alter Schreibefehler fein mag, wozu vielleicht der Schlußsatz in Abot d. N. Nathan c. 38 (wo nach der Märtyrer- Erzählung sogleich ein Ausspruch des R. Jsmael ben Jose vorkömmt) Veranlassung gab. Abweichend von der gewöhnlichen Version (vgl. die Kinna ארזי הלבנון , auch Juch asm) stirbt nicht R. Eleasar ben Schemua sondern R. Jehuda ben Baba am Eingang des Sabbats unter Reeitirung des Wajechulu; Ersterer stirbt dagegen am Versöhnungstage, welches die^ frühere Sage von 9k Akiba berichtet. —. Tosafot zu Jebamot 61 a. דה ממגע scheint aber nach diesem Midrasch zu eitiren, denn die dort angeführten Worte צדיקים אינם מטסאין finden Frankel, Monatsschrift II. 12

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