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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 4 · p. Seite 148

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 4
Article
Die talmudische Topographie
Date
1853-01-01
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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148 Wissenschaftliche Aufsätze. inaajr סאה ארבלית (in kt Parallelstelle Ketubot 112. heißt es jedoch .סאר. ביהורר). Die Ableitung des Namens Arbela von ארבל; Sieb, scheint mir jedoch gewagt, weil die volle Form davon sicherlich ארבאל lautete. Am wichtigsten ist die Nachweisung des Herrn R., daß Arbela der Sitz einer der vierundzwanzig Priesterklassen war, welche aus einer noch unbenutzten Quelle entnommen ist. Diese Quelle ist die Kalirische Kinah mit dem Anfangsverse: איכרי ישבר« חבצלת השרון und enthält schätzenswerthe Nochrichten über palästinensische Geographie. Herr Vers, stellt׳ hier die plausible Ansicht auf, daß Kalir die geographischen Nachrichten aus einem verlornen Midrasch geschöpft habe und gibt hiermit seine frühere ^Behauptung auf, als habe der älteste Paitan den Pseudojoseppon benutzt. Ob gerade die 49 Midoth des R. Nathan Kalir's Quelle waren, wie Herr R. jetzt behauptet, steht allerdings noch dahin. Merkwürdig ist's, daß Kalir unter die Priesterclassenstädte׳ auch Nazaret (רר^) zählt, die urchristliche Stadt, die weder in. Josephns noch in der Talmud - und der uns zugänglichen Midrasch-Literatur vorkömmt, und die man für eine geographische Fiction, entstanden aus einer christlichen Agada, zu halten geneigt war. Der interessante Vers Kalir's lautet: ובק»י א^ץ /נזרת משמרת5) נצרת Dieser Wink, daß in Nazaret eine Priesterklaffe wohnte, dürste der Kritik über die Entstehung des Christenthums nicht unwillkommen sein. Es ist dadurch die Erscheinung erklärt, warum die Nazaretaner ungläubig blieben, und Jesus aus der Stadt wiesen (Lukas IV. 29.), überhaupt warum der Prophet nichts in der Vaterstadt galt. Eine Stadt, mit einer Priesterklasse, die einmal im Jahre mehrere Wochen in Jerusalem in dem Mittelpunkte der jüdischen Bildung weilte, konnte nicht ganz ungebildet bleiben und mochte daher ihr eigenes UrLheil über den neuen Propheten gehabt haben. —- Manche Städte-Namen aus der Kalirischen Kinah bedürfen noch der Enträthselung. — ארץ ישראל . Dieser überaus lehrreiche, gehaltvolle Artikel 5) GelegentlichIei hier die glückliche Combination von Schwarz angemerkt, daß Nazaret im Talmud unter dem Namen גל.ל pV עיל vorkommt (Mcnachot 86d.)z denn niech Quaresmus (bei Raumer S. 132 N. 44) hieß Nazaret auch Werß stad t (Me din at lab na t) von den weißen Kreidefelsen in der Umgegend von Nazareth. Aus dieser Talmudstelle geht auch hervor, daß pb ל^ —Nazaret— wegen Anbau guten Weines berühmt war. So wäre denn die Wiege des Ehristenthums auch in der jüdischen Literatur bekannt, und die Herren Robinson und Smith hätten aus diesen verachteten Quellen noch Manches lernen können.

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