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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 4 · p. Seite 144

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 4
Article
Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland und den niederländischen Colonien
Date
1853-01-01
Page
Seite 144 (sequence 24)
Language
German
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144 Die Geschichte der Niederlassung der Inden in Holland re. tugkesische, so könnte man sich zu der Annahme berechtigt fühlen, die Niederlassung der deutschen Inden zu Amsterdam sei viel eher als die der portugiesischen erfolgt. Das Gegentheil stehet jedoch notorisch fest; und ebenso historisch gewiß ist, daß die ersten deutschen Juden mit viel mehr Beschwerden das. Recht der Niederlassung erlangten, als ihre portugiesischen Brüder. Waren doch selbst diese Brüder ihnen feindlich gesinnt! Sie betrachteten sich uicht nur von höherer Abkunftsondern gingen auch mit den deutschen Juden keine Ehen ein: Tudesco war in ihrem Munde die verächtliche Benennung für diese. Die Lage der deutschen Juden verschlimmerte sich noch mehr, als ein Abenteuerer, Philipp Ziegler aus Würzburg, im Jahre 1626 viele Länder Europa's durchzog und die Herrschaft eines jüdischen Fürsten aus dem Hause David's, von dessen: Sohne Nathan abstammend, ankündigte. Er kam auch nach Amsterdam, und fand bei mehreren ungebildeten deutschen Juden Anhang. Sein klägliches Ende in England, wo er im Gefängnisse starb, enttäuschte die Leichtglänbigen; aber dieser Vorfall hätte der deutschen Gemeinde noch mehr die Verachtung der Generalstaatcn gezogen. Der westphälische Friede hatte ihre Lage besser gestaltet und scheinen sie auch in den Augen der Negierung, die nun in den deutschen Juden eine Körperschaft erblickte, gewonnen zu haben; doch konnten sie noch nicht die Erlaubniß zum Bau einer Synagoge erlangen./ Ein trauriges Ereigniß an den Ufern der Weichsel führte eine günstigere Gestaltung herbei; die Vorsehung wollte das harte Schicksal das dort die Juden erführen hier liebend ausgleichen. Der Kosackenhetmann Chemieliniki war mit seinen wilden Hörden im Jahre 1648—49 in Polen eingebrochen, und ihre Mord- und Raubgier kehrte sich zumeist gegen die Juden, von denen mehr als Hunderttausend umkamen.* *) Viele flohen nach fremden Ländern; und es kamen im Jahre 1856 drei Tausend dieser Unglücklichen zu Schiffe in Amsterdam an. Ihre namenlosen Leiden scheinen auf die Regierung einen tiefen Eindruck gemacht zu haben (denn daß sie wie ehedem die portugiesischen Juden bedeutendes Vermögen mitgebracht, ist kaum zu vermuthen); sie wurden freundlich ausgenommen und erhielten sogar nicht lange nach ihrer Ankunft die Erlaubniß eine Synagoge zu bauen. Diese konnte nun auch den deutschen Juden nicht länger verweigert werden , die .. ., . - - - - *) Ausführlicheres hierüber vgl. unsere frühere Aeitschrift Iahrg. 1845 S.2S0.

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