Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland und den niederländischen Colonien
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 25)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 145 denn auch rüstig Hand anlegten und ihr Gotteshaus im Jahre 1671 vollendeten. Die Angelegenheiten der deutschen Gemeinde wurden von"den Rabbinern und dem Vorstande geleitet. Deutsche Juden breiteten sich auch in den Provinzen Westfriesland und Groningen aus. Sie scheinen aus Ostfriesland, zumal aus Emden und Aurich und den benachbarten Orten hierher gekommen zu sein. Vielleicht stammen sie von den vor der Inquisition unter Karl V. und Philipp II. aus Niederlanden entflohenen Juden ab. Diese hatten sich nach deutschen Orten begeben, und kehrten als die Fahne der Duldsamkeit in dem Gebiete der Generalstaaten wehete, in ihr früheres Heimatland zurück. Man findet in dieser Zeit auch Inden zu Delfzyl, Leuwarden, Harlingen u. a. O., doch besaßen hier sie nirgend Synagogen.*) Wissenschaftliche AWHe. mmm Die talmudische Topographie. Von vr. H. Grätz. (Fortsetzung.) Ganz ohne Beweis steht die Behauptung des Herrn 9^., daß die zwei Priefterfamilim משפחת ביח הפגרים ופת עפריא מ-(מ^ום ', Flötenspieler im Tempel, aus dem Liberiensischen Emmaus waren. Herr R. gründet seine Behauptung darauf, daß dieses Emmaus wahrscheinlich der levitischen Unreinheit von Tiberias Lheilhastig gewesen sei wegen der Nähe, und eben deßwegen seien die Priester aus diesem Orte nur zum Flötenspiel zugelassen worden. Auf diese Kombination führte ihn der Name-- -בית הפגרים -־ Leichenhaus oder Familie? Allein die Hauptpointe fehlt, daß auch Emmaus für unrein *) Beim Druck dieses Aufsatzes erhalten wir die traurige Nachricht von dem plötzlich erfolgten Hinscheiden des Herrn Sommerbausen. Der Werstorbene hatte die Absicht, auch die neuere und neueste Geschichte der Juden in Holland zu gebenz da er aber einstweilen nur die obere Abtheilung einsandte, so werden wir zu unserem Bedauern die Fortsetzung nicht bringen können.— Einige etwas zu breite und nicht abgerundete Mittheilungen des Mscts.— es bedurfte überhaupt in diesem Aufsatze sehr der nachhclfendcn Hand — werden wir inhaltlich in den ״Notizen" zu Ende des Hefts geben. D. Red.