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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 4 · p. Seite 142

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 4
Article
Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland und den niederländischen Colonien
Date
1853-01-01
Page
Seite 142 (sequence 22)
Language
German
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142 Die Geschichte der Niederlassung der Hilde» iii Holland:c. ausgezeichnet, ist bekannt, und scheu die Geschichte Karl des Großen liefert hierzu einen Beleg. Gegen das Ende des 16. nnd Anfang des 17. Jahrhunderts trat in Holland Samuel P a lache als wirklicher Gesandter Muley Sidan's, Kaisers von Marokko auf und bekleidete diese Ehrenstclle von 1591 bis 1616. Derselbe Souverain hatte den Juden P ach ec 0 ' tut Haag zur Betreibung tvichtiger diplomatischer Geschäfte ernannt, in welchem Posten er auch bis zu seinem im Jahre 1614 erfolgten Tode verblieb. Der Name eines andern jüdischen Staatsmannes, den der Kaiser von Marokko beauftragt haben soll, von den Generalstaaten ein Kriegsschiff anzukaufen, um cs gegen den König von Spanien ausznrüsten, ist nicht näher bekannt; hingegen weiß man, daß das Lcicheubegängniß des Gesandten Palache im Jahre 1616 im Haag mit großer Feierlichkeit nnd Pracht begangen wurde, und der Graf Moritz von Nassau nebst den Rathsmitglicdern der Leiche folgten. Dieser Palache war einer der ersten Stifter und Direktoren der Synagoge in Amsterdam; der Gottesdienst wnrde bis zum Jahre 1548 in seiner Wohnung abgehalten. Als Rechtsgelehrte konnten sich die Juden dieses Zeitraumes nicht hervorthun, da das Gesetz ihnen'alle Stellen, als Advocaten, Antvalte u. dcrgl. versagte. Mehrere Vorstellungen dagegen scheiterten, uiid kaum >var im Nothfall einem Juden erlaubt als Privat-Stellvertretcr zu fungircn. Hingegen.bot ihnen die Arzneikunst häufig Gelegenheit sich vortheilhaft auszuzcichncn. Der Arzt Joseph Bneno (Bonus) fand allgemeine Auerkennuug, wenngleich seine Knust nicht mehr im Stande war, dem Prinzen Moritz, an dessen Lager man ihn rief als alle Hoffnung schon aufgegeben war, mm Leben zu erhalteul Der in vielen Hinsichten berühmte Meuassch ben Israel hatte sich ebenfalls einen großen Nus als Arzt erworben, und auch sein Sohn wurde, wie oben, erwähnt, zu Orsord zum Med. Doctor mit allgemeinem Beifall ernannt. 1>r. Abraham Sacuto, auch,unter dem Namen S acutus Lusitanus rühmlichst bekaunt und Freund Meuasseh's, practicirte mit großem Erfolge als Arzt. Zu Lissabon von Neuchristen geboren und von einem vornehmen Geschlcchte herstammend, machte er an den Univcrsitälen Salamanea und Coimbra seine medicinischcn Studien, promovirte in seinem zwanzigsten Jahre an der Hochschule zn Siguenza und besetzte sich hieraus in seiner Vaterstadt, woselbst er großen Ruhm erwarb, der sich sogar bis zum königlichen Hof

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