Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland und den niederländischen Colonien
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 21)
- Language
- German
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Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland re. 141 kein bedeutender Vortheil. Schon 1658 führten die jüdischen Handelsleute und Schiffsrheder bei den Generalstaaten schwere Klagen über die biscaykschen Piraten. Die Generalstaaten schritten zwar kräftig ein, sandten sogar einige Schiffe zur Bekämpfung der Seeräuber aus; aber es konnte dem Uebel nicht ganz gesteuert!0 erden. Die Juden zogen durch ihre Stellung und Fähigkeiten auch die Aufmerksamkeit auswärtiger Mächte auf sich, und wurden nicht selten von diesen zu ihren Consuln ernannt. Selbst im 16. Jahrhundert hatten die Könige von Spanien und Portugal jüdische Consuln in Antwerpen. Im nächstfolgenden Jahrhundert wurden auswärtige Consulate durch das hochgestellte jüdische Haus Curiel, auch Nukiez da Costa genannt, verwaltet. Jacob Curiel, Hausedelmanu des Königs Johann IV (Hi3aIgo daCasaRcal), war der erste aus diesem Geschlechts —. von welchem noch heutigen Tages Sprösslinge in Amsterdam' leben —,' der in solchem Amte zu Hamburg angestellt war und ihm folgte sein Sohn Salomon Curiel. In Amsterdam befand sich gegen die Mitte des 17. Jahrhunderts dieses Consulat in den Händen des Moses Curiel, der auch den Namen Geronimo NuLez da Costa führte. Cr war auch durch beinahe 50 Jahre Mitglied des Vorstandes der Gemeinde (Maamad), und soll die Ehre gehabt haben, den Statthalter Wilhelm III., nachmaligen König von England, durch mehrere Tage bei sich zu bewirthen. So war auch Isaak Nunez Belmonte (auch bekannt unter dem Namen Don Manuel de Belmonte) vom Jahre 1660 bis 1700 Generalconsul und später Resident des Königs von Spanien in Amsterdam, in welcher Beziehung wir ihn später wieder in voller Thätkgkeit antreffen werden. Auch sein Bruder Don Andre de Belmonte bekleidete diese Würde. Ein solches Zutrauen der Höfe Spaniens und Portugals in die von ihnen verbannten Juden ist, wie für diese ehrenvoll, so an sich überraschend; und der englische Publicist Sir William Temple bemerkt, daß ihm zwei Dinge auffallend erschienen: die Ernennung Amsterdamer Juden als Handelsconsuln und Residenten durch Spanien, das sie so sehr haßt, und der Gebrauch dieser Juden, die harte und bittere Verfolgungen von den Spaniern und Portugiesen erlitten, ihren Kindern deren Sprache als Mutter« spräche einzuprägen und sie in ihr zu erziehen. Daß'Juden schon früher Gesandtschaftsposten an verschkedenen christlichen Höfen bekleidet und sich im diplomatischen Fache