Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland und den niederländischen Colonien
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 14)
- Language
- German
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134, Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland rc. gern und vierzehn Geistlichenzusammengesetzten Commission, welche zu untersuchen hatte: 1), ob die Wiedereiuberufung der Juden, iu's Land nicht mit der Landesverfassung im Widerspruche sei) und 2), wie weit. Man aus die Bewilligung des Gesuches eingehcn Wune. Aus keine dieser Leiden Fragen, wurde eine -nur einigermaßen befriedigende Antwort crtheilt;. der Protcctor verlor die Geduld und die Angelegenheit blieb vorläufig unerledigt. Menasseh ben Israel besuchte die Hauptstädte Englands in Begleitung seines Sohnes Sa mnek, welcher sich in seiner Disputation zu Oxford so anszeichncte, daß er mit Ehre überhäuft und mit der philosophischen und mcdicinischcn Doktorwürde beehrt wurde. Die Wirksamkeit dieser Männer war übrigens so wenige verloren, daß in weniger als acht Jahren nicht nur viele Juden sich in England niederlasscn durften,, sondern auch bald mit dem Baue einer Synagoge in London begonnen wurde. Ein, die damalige jüd. Welt aufregende Erscheinung drohete die Amsterdamer Synagoge zu, entzweien. Sabbathai Zcbi gab sich-für den erwarteten Messias aus und er fand auch Anhänger unter den portugiesischen Juden Amsterdams. Allein zum Heile der Synagoge widersetzte sich der gelehrte und vorurtheilsfreie Jacob Sasport.as —- dessen spätere Nachkommen bis, noch vor wenigen Jahren sechs Pforten mit der hebräischen Ueberschrift ww; rvabin ihrem, Familienwappcn führten — aus Zalee in den berberischen Staaten, und Minister-Resident des Kaisersvon Marokko in Holland, welcher zu Amsterdam in hohem Ansehen stand und Mitglied des Rabbinat-Collegiums war, gleich im Anfang mit Energie und Beharrlichkeit dem aufkeimcndcn Sabbathäksmus und enthüllte ganz dessen Drug und Täuschung. Allein vollständig war dem Uebel auch hierdurch nicht gesteuert : gar viele einzelne Mitglieder der Synagoge waren größtenthckls aus Neugier nach Adrianopel gerckset, und die Gemeinde-Obern hatten ein Gebet verfertigen und cs für das Wohl dieser Pilger recitiren lassen. Aber kaum war die. Nachricht von dem Uebertritt des Psendomcssias angelangt, als man nicht eilig genug, sich , zurückznzi'ehen glaubte. Um jedoch auch die letzten Spuren zu verloschen, und durch kräftiges Zusammenwirken das religiöse Wohl, der Gemeinde zu fördern, wurde beschlossen zum Baue der wirklich großen, man darf mit Recht sagen grandiosen und prächtigen, portugiesisch - spanischen Synagoge zu Amsterdam zu schreiten. Beden-