Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland und den niederländischen Colonien
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 15)
- Language
- German
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Die- Geschichte bei; Niederlassung bet Juden in Holland re, 135 tcubc Kapitalien wurden im Jahre 1670 theils von reichen Juden gesteuert^ thcilS von christlichen Mitbürgern; erborgt, und es wurde mit dem Aufbau der Anfang gemacht. Aber cs schien, als; stehe diesem Tempe l bau ein ähnliches Schicksal wie dem nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft bevor. Frankreich hatte, wie oben berichtet wurde, schon lange scheel dazu gesehen, daß ein kleiner Staat in seiner Nähe den Feinden seiner Kirche Schutz und Schirm angedcihen ließ; und da nun die Armeen des großen Ludwig sich fast den Thoren Amsterdams; genähert und Alles mit Schwert und Feuer bedroht, schien das Verderben unvermeidlich. Aber die Juden sahen nicht der Gefahr müßig zue sie boten ihre kräftigsten Dienste zur Bewachung und Beschirmung des von ihnen bewohnten Stadtviertels an. Die Gefahr ging vorüber und neues Leben kam in den unternommenen Synagogcnbau: nach kaum fünf Jahren wurde daS prachtvolle Gebäude am 2. August 1675 und den folgenden Tagen auf die feierlichste Weise ciugcweihet. Wir übergehen die ausführliche Beschreibung demFeicrlichkcitcn dieser Einweihung, ,bie auf die ans Spanien und Portugal Erilirten und erst nach so vieler Mühe kaum zur Hälfte geduldeten Gemeinde einen tiefen, mit Freude und Wehmuth gemischten Eindruck machen mußte. Wir können uns jedoch nicht versagen, folgende Verse aus dem auf diese Begebenheit verfertigten lateinischen Gedichte des Protestanten Rom ein de Hooghe anzuführcn: „Saevit ln 0111116 tuum fisco, ferro, igne, tyrannis Censorum, o Juda; nec latuisse sat est. Nil Sequana, nil tuta Tago; prudentior Amstla Templa palam in gremio scitque fovetque suo. Sponsa Sion hymnus psallentiuni ut audiit, inquit: Hunc populum, lianc urbem, quis neget esse Dei? State diu, pia tecta, aliis invisa Monarchis, Mirenturque apices saecula sera tuos." („Es wüthet, Judäa, in deinen Eingewcidcn die Tyrannei der Herrscher mit Beraubung und Schwert und Feuer: nicht darf es verschwiegen werden. Weder an der Seine, noch am Tajo ist für dich Sicherheit; das weisere Amsterdam erkennt deine Tempel an und schützt sie in seinem Schoße. Das jungfräuliche Zion vernimmt die Hymnen der Betenden und spricht: dieses Volk, diese Stadt, wer kann in Abrede stellen, daß sie GotteS seien? Stehet lange fromme Mauern, anderen Fürsten verhaßt; mögen noch späte Jahrhunderte eure Häupter schauen^)-