Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland und den niederländischen Colonien
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 12)
- Language
- German
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132 Die Geschichte dcr Ri'cdcrlassimg der Juden in Holland!c. Besitzungen deS Zlndern wohnen und Handel darin treiben mögen, gleichviel über Wasser oder zn Land." Die Sorge der spanisch - portugiesischen Jndcnschaft ging nun dahin, aus diesem Artikel Vorthcil für sich und ihre Glaubens- und Schicksalsgenossen zu ziehen. Auf dic Anfrage hinsichtlich dcr aus Portugal und Spanien entwichenen Juden, erklärte im Jahre 1650 der spanische Gesandte den Staaten von Holland, „daß die in den Vereinigten Niederlanden lebenden Juden ihre Geschäfte durch Bevollmächtigte in Spanien betreiben lassen konnten,>und in allen Hinsichten mit den übrigen niederländischen Einwohnern auf gleichem Fuße behandelt werden sollten, vorausgesetzt jedoch, daß sie sich nicht persönlich nach Spanien begeben." Die Generalstaaten waren hiermit nicht zufrieden und beschlossen nach mehren Unterhandlungen, alle Juden in ihren Provinzen auf gleichen Fuß mit den übrigen Niederländern zu erklären und keine Beschränkung der Rechte zuzulasscn; allein dieser Beschluß blieb ohne Erfolg am Madrider Hof und man liest in einem Brief des holländischen Gesandten, Baron van Reede, zn Madrid Anno 1638 an Jsaac da Sylva, Tresorier der Synagoge zu Amsterdam, daß-noch vieles, ja fast noch Alles zu thun sei und nur tvcnig Aussicht sich darbiete. Die Unterhandlungen wurden indessen nnermüdet fortgesetzt, und cs stellte sich dabei heraus, daß grobe Verlänmdungen allerseits, sowohl am Madrider Hof, als bei der hol-' ländischen Regierung selbst jedem günstigen Erfolge im Wege standen. Aber auch außerhalb Spaniens stießen die Generalstaatcn in ihren diplomatischen Verhältnissen mit auswärtigen Mächten auf Tadel über ihre Judentoleranz. „Eine solche, gab der König von Frankreich dem niederländischen Gesandten Van Benningen zu verstehen, gezieme nicht einer christlichen Macht." Bei der zur damaligen Zeit ziemlich glimpflichen Behandlung abseiten des Papstes, mußte ein solcher'Tadel in dem Munde des ältesten Sohnes der katholischen Kirche befremdend lauten; dcr benannte holländische Diplomat erwiderte daher mit Ernst und Würde: „Da es Gott dem Herrn zu gefallen scheine, das jüdische Volk trotz dessen mächtigen Gegnern zu erhalten, so verlangt er auch, daß es von den christlichen Staaten geduldet werde; und da die Juden sich doch einmal irgendwo aufhalten mußten, so könnte es unmöglich sündhaft und nnchristlich sein, ihnen in Holland Schutz und Schirm znzusichcrn." — Es konnte